Freitag, 29. August 2014

Upcycling - was is'n das ?!

Ein ausgedienter Computerbildschirm dient als Insektenhotel. Beispielhaftes Upcycling, hinter dem eine kreative Idee steckt!
Da ich am Sonntag eine Fotoserie zu einer Reportage über einen Designer schießen will, der nach dem Prinzip des "Upcycling" aus Schrott tolle Sachen - vom Möbelstück, über Vogelhäuschen, Insektenhotel bis hin zu Kunstwerken - herstellt, habe ich mich mal näher mit dem Thema befasst. Es ist wirklich phänomenal, was wir alles wegschmeißen. Hier im Landkreis Miltenberg karren wir unseren Schrott zur Müllumladestation nach Erlenbach am Main (kurz MUS genannt). Aus dem Wertstoffgutachten der Schmidt/Bechtle GmbH ist zu entnehmen, dass im Jahr 2013 knapp 100.000 Kleinanlieferungen registriert wurden. Eine Steigerung um 7% in den vergangenen 3 Jahren.

Kunst aus Schrott: Holz, Draht und Figur stammen aus Materialien, die weggeworfen wurden.

Wie in der Online-Ausgabe der Rhein-Neckar-Zeitung am 30. Juli 2014 nachzulesen ist, kann der bisher produzierte Müll einen neuen Kontinent bestücken. Ich zitiere aus dem Artikel von Harald Berlinghof:
"6,4 Millionen Tonnen Plastik, fünf Millionen oder einfach "mehrere Millionen Tonnen" sollen jährlich in die Ozeane geschwemmt werden. Andere sprechen von 675 Tonnen pro Stunde oder acht Millionen Plastikteilen täglich. Pro Quadratkilometer sollen es 18.000 Plastikteile sein, die sich in den Weltmeeren finden - oder geschätzte 30.000 bis 46.000 Mikroteilchen. Doch bevor wir uns im Strudel der angenommenen, geschätzten oder hochgerechneten Zahlen verlieren, sollte eines festgehalten werden: Die Zahlen sind in jedem Fall ungemütlich hoch. Es sind einfach zu viele Tonnen, Partikel oder Teile".

Damit trifft der den Nagel auf den Kopf. Die Menschen in den armen Regionen der Welt haben gelernt, aus dem, was wir "Müll" nennen, wieder etwas Nutzbringendes herzustellen. Für sie gehört Upcycling zum Alltag, und sie würden Bauklötze staunen, wenn sie wahrnehmen könnten, was in unserer Wohlstandsgesellschaft in Müllverbrennungsanlagen und Abfall-Sammelstellen  alles landet. Teilweise findet man in der Erlenbacher MUS Geräte und Teile, die noch voll funktionsfähig sind, aber entsorgt wurden, weil sie entweder nicht mehr dem Lifestyle entsprachen oder als störend und überflüssig empfunden wurden.

Wenn ich ein Vöglein wär...würde ich in diese Vogelhaus-Stadt ziehen, hergestellt aus Holz- und Metallabfällen.
Es gibt tolle Ideen, was man aus so genanntem Schrott und Müll alles herstellen kann. Der Architekt und Designer Thomas Abb aus dem Klingenberger Stadtteil Trennfurt hat schon viele schöne und nützliche Dinge aus Schrott und Produktionsresten hergestellt. Demnächst werden Sie, liebe Leser meines Blogs, ausgiebig darüber informiert. Jetzt gibt es erst mal einen kleinen Vorgeschmack! Das kurze Video (3 Minuten) gibt gute Anregungen.



Mein heute im Main-echo (Main-Netz) veröffentlichter Artikel: