Donnerstag, 16. Januar 2014

Medienkompetenz und Internet-Affinität - Fluch oder Segen?

Gestern habe ich einen Artikel über Medienkompetenz von Mitarbeitern eines Unternehmens geschrieben und aufgeschlüsselt, warum Internet affine Angestellte eines Betriebs einen Anteil am Unternehmenserfolg tragen. Im vergangenen Jahr war ich bei einer Veranstaltung mit Professor Spitzer, der Medienkompetenz zwar nicht durchgängig für Quatsch hält, aber sehr kritisch mit dem Surf-Verhalten von Leuten umgeht. Der Hirnforscher meint, dass zu häufiges Bewegen im Netz dumm macht oder zumindest nicht schlauer. Einen Bericht über seinen Vortrag habe ich online veröffentlicht:
Digitale Demenz - Macht zuviel Surfen im Internet blöd?

Der Hirnforscher Manfred Spitzer bei einem Vortrag in Elsenfeld (Landkreis Miltenberg in Unterfranken).
Allerdings meine ich, dass man den Begriff Medienkompetenz nicht verallgemeinern sollte. Wer sich heute im Beruf den digitalen Medien verweigert, bleibt auf der Strecke. Insofern ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche schon in der Schule die Grundlagen beigebracht bekommen, wie man Mit Hard- und Software umgeht und im Internet recherchiert. Der sinnvolle Umgang damit muss allerdings Priorität genießen. Echte Medienkompetenz ist nämlich, dass man die Möglichkeiten der digitalen Welt nutzt, sich aber nicht vereinnahmen lässt. Im Journalismus ist erkennbar, was passiert, wenn sich Verlage nicht auf die Veränderungen einstellen. Informationen werden übers Internet abgerufen, überregionale Tageszeitungen und Magazine müssen sich dem Nutzerverhalten anpassen. Sie müssen im wahrsten Sinnen Medienkompetenz zeigen und darauf reagieren, dass Print gestern war und E-Paper die Zukunft sein wird.

Von mir möchte ich nicht behaupten, dass ich eine Kanone bin, was Medienkompetenz betrifft, aber zumindest kann ich ziemlich gut im Internet recherchieren, Webtexte schreiben, die von Suchmaschinen auch gefunden werden, Fotos digital bearbeiten und sogar Internetseiten gestalten und aktualisieren. Datenpflege betreibe ich nur sporadisch, nutze aber meine bescheidenen Kenntnisse, sie so abzulegen, dass ich Texte und Fotos auch wieder finde. E.Mails schreibe ich zu Zeiten, wo andere sich in Morpheus Armen wiegen. Es käme nicht gut an, wenn ich nachts um 1 Uhr Telefonate führen wollte. In den Unternehmen säße da sowieso kein Mensch mehr am Telefon, privat würde die Zahl meiner Freunde radikal abnehmen, wenn ich sie aus dem Schlaf zerre. Hätte ich diese grundsätzlichen Fähigkeiten in Sachen Medienkompetenz nicht erworben, müsste ich wahrscheinlich Hartz IV beantragen. Als Freiberuflerin in meiner Branche ist Medienkompetenz unerlässlich!