Montag, 22. November 2021

Neue Buchprojekte in der vierten Corona-Welle

 

In ihrem aktuellen Buch hat die Aktivistin und Lyrikerin Xenia Hügel
zusammengefasst, wie sie dazu kam, Kinder in Uganda mit einem
beispielhaften Charity-Projekt zu unterstützen und wie das Ganze
an Fahrt aufnahm. Zwei Euro aus dem Verkauf gehen direkt an
»Sounds of Hope«.



Das wunderbar von Petra Balonier illustrierte Kinderbuch
»Lila und Einstein« mit 10 Geschichten
über die Freundschaft eines Kängurus mit einem Kakadu von
Sabine Belinga Belinga.


Ende der Woche, um den 27. November 2021 herum, gebe ich in meinem Verlag zwei neue Bücher heraus - mitten in der vierten Corona-Welle. Ich kann nur hoffen, dass es nicht zu einem erneuten Lockdown kommt und die Buchhandlungen geschlossen werden. Leider haben wir hier im Landkreis Miltenberg steigende Inzidenzzahlen mit steigender Tendenz! Nun biete ich an, beide Ausgaben an Leserinnen und Leser in Deutschland portofrei zu versenden. Ich denke, einige Buchhandlungen werden diesen Service auch in ihrem Portfolio haben.
Leider muss die am 12. Dezember 2021 in Brensbach, Alte Post, geplante Lesung mit Yvonne Vogel wegen Erkrankung abgesagt werden. Sie wird zu gegebener Zeit nachgeholt.

Geschenktipp zu Weihnachten

Beide Bücher sind ein Geschenktipp zu Weihnachten und geben Hoffnung. Sowohl in dem Kinderbuch von Sabine Belinga Belinga (Brensbach) als auch in dem biografischen Werk von Xenia Hügel (Amorbach/Offenbach) stehen positive Aussagen im Vordergrund. Wer mehr über den Inhalt wissen möchte, findet Erläuterungen und bibliografische Daten auf der Verlagshomepage





Mittwoch, 18. August 2021

Vorbereitung der Fairen Woche in Obernburg

 

Werben für den fairen Handel.
Foto: pixabay

Nachdem ich mich als Stadträtin bereiterklärt hatte, den Steuerkreis FairTrade zu übernehmen, damit Obernburg als FairTrade-Kommune zertifiziert wird, habe ich alle Hände voll zu tun. Es kommt mir zugute, dass ich langjährige Erfahrung in der Öffentlichkeitsarbeit habe, weshalb die erforderlichen Marketingmaßnahmen gut vorangehen. Nun gilt es, die Faire Woche vorzubereiten. Der Einzelhandel in Obernburg, die Gastronomie und die Vereine ziehen mit, was mir sehr gefällt. Zur Einstimmung in die Thematik habe ich Teile eines Textes übernommen, der auf der Webseite der Fairen Woche veröffentlicht wurde. Ich finde, er sagt aus, wie wichtig der Faire Handel ist. Materialien habe ich bereits bestellt und werde sie entsprechend verteilen.
Ganz besonders freue ich mich, dass das Café fifty am Freitag, 17. September von 13 Uhr bis 16 Uhr einen fairen Kaffeeklatsch veranstaltet, GEPA-Kaffee und hausgemachten Kuchen anbietet. Ich habe mich bereiterklärt auch zwei Kuchen zu backen und Zutaten aus dem Fairen Handel zu verwenden. 😉

FAIRE WOCHE VOM 10. BIS 24. SEPTEMBER 2021

ZUKUNFT FAIR GESTALTEN – #FAIRHANDELN FÜR MENSCHENRECHTE WELTWEIT

In den kommenden beiden Jahren beschäftigt sich die Faire Woche mit der Frage, welchen Beitrag der Faire Handel zu menschenwürdigen Arbeitsbedingungen und nachhaltigem Wirtschaften leistet. Wir machen mit und werben für den fairen Handel! Obernburg ist auf dem Weg, sich als FairTrade-Kommune zertifizieren zu lassen und mit Aktionen darauf aufmerksam zu machen, dass ein sozial-ökologischer Wandel zu einer menschenwürdigen und zukunftsfähigen Wirtschaft beiträgt und der Klimakrise entgegenwirkt. »Fair und regional« - das ist das Credo! Menschenwürdige Arbeit ist ein Menschenrecht, das sich aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UN-Charta (Artikel 23) ableitet. Die SDG der Vereinten Nationen zählen menschenwürdige Arbeit und nachhaltiges Wirtschaften zu einem der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung.

Die Corona-Pandemie zeigt jedoch in erschreckender Deutlichkeit, dass es weltweit um die Arbeitsbedingungen nicht gut bestellt ist. Millionen Menschen müssen unter unwürdigen und gefährlichen Arbeitsbedingungen schuften und verdienen dennoch nicht genug, um ihr tägliches Überleben zu sichern. Kinder werden ausgebeutet, ohne die Chance auf Bildung und eine bessere Zukunft zu haben. Insbesondere Menschen im Globalen Süden sind davon betroffen, weil sie oft zu den schwächsten Gliedern der Produktionsketten gehören und gleichzeitig kaum mit staatlicher Unterstützung rechnen können. Doch auch in Deutschland hat die Krise unhaltbare Arbeitsbedingungen in zahlreichen Branchen offengelegt.

Mit dem Thema wollen wir zeigen, wie eine menschenwürdige und zukunftsfähige Wirtschaft gestaltet werden kann. Wir laden zum Nachahmen ein. Denn nur, wenn sich Menschen ihrer Rolle in der globalisierten Welt bewusst sind, kann es gelingen, individuelle oder gar gesellschaftliche Lösungsansätze für einen sozial-ökologischen Wandel des bestehenden Systems auszuarbeiten.

Dienstag, 13. Juli 2021

Äktschen mit Herrn Lui, Zirkuspädagoge, Clown und Fakir

Als Herr Lui, Clown uns Fakir, bereitet der professionell ausgebildete Zirkuspädagoge aus Reichenberg vielen Menschen Freude. 
Fotos: Herr Lui


Das kulturelle Leben und die Angebote der Kinder- und Jugendbildung waren durch die Coronapandemie in den letzten 15 Monaten nur sehr eingeschränkt möglich. Wie viele seiner Künstlerkollegen wurde Herr Lui aus Reichenberg (bekannt auch als künstlerischer Leiter des Kinder- und Jugendcircus' Blamage im Kreis Miltenberg) davon kalt erwischt. Abgesehen von ein paar wenigen Onlineprojekten gab es so gut wie keine Zirkusprojekte oder Auftritte mehr. Da mich mit Herrn Lui eine jahrzehntelange Freundschaft verbindet, veröffentliche ich gerne diesen Post auf meinem Blog.

In dieser für viele Künstler*innen schlimmen Corona-Zeit ist das Projekt »Stimmung mit Herrn Lui« entstanden. Um auch in dieser schwierigen Zeit Menschen emotional zu erreichen und ihnen eine Freude im Leben zu machen, hat Herr Lui verschiedene Stimmungsartikel entwickelt, die nun zum Verkauf angeboten werden. Herr Lui will darüber auch einen Beitrag zu seiner eigenen wirtschaftlichen Absicherung leisten.
Die Beantragung der verschiedenen Hilfspakete für soloselbstständige Künstler war für Herrn Lui schwierig.

Obwohl so gut wie alle Einnahmen ausblieben, hat Herr Lui sich am Ende gegen die Beantragung entschieden. Anstatt auf steuerfinanzierte Hilfen zurückzugreifen, hat er seinen Lebensunterhalt über Hilfsarbeiten auf Baustellen bestritten. Ihm war es wichtig, zuversichtlich zu bleiben und weiterhin auf eigenen Beinen zu stehen. Mit dem Verkauf seiner neuen Stimmungsartikel versucht er nun wieder als Clown in Erscheinung zu treten. Über die Homepage www.herrlui.de werden Magnete und Postkarten
mit verschiedenen Stimmungsgesichtern, ein Puzzle und ein Memo-Spiel mit dem Clown Herr Lui vor Würzburger Sehenswürdigkeiten angeboten.

Wer ist Herr Lui?



Herr Lui ist Circuspädagoge und arbeitet seit 1989 als professioneller Clown und Feuerfakir. 1993 war er Mitbegründer des integrativen Kinder- und Jugendzirkusvereins Circus Blamage aus dem Landkreis Miltenberg. Freiberuflich engagiert er sich als künstlerischer Leiter bei verschiedenen Kinder- und Jugendzirkusprojekten wie dem Circus Mumm, dem Zirkus Schnipp der Jugendbildungsstätte Volkersberg und dem Circus Wirbelwind des Landkreises Würzburg. Darüber hinaus hat er sich auf die Arbeit mit Menschen mit Behinderung spezialisiert und bietet sowohl Auftritte bei Betriebsfesten, Festspielen, Straßenfesten und Kindergärten wie auch Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an.



Vielen Dank, lieber Lui für die Freude, die du uns bereitest! Wir hoffen alle, dass wir dich bald in Natura und »Äktschen« wiedersehen,


Donnerstag, 1. Juli 2021

Ein Coronaprojekt der besonderen Art: Ein Kochbuch aus der HSG Mensa-Küche

 


Wer an die Mensa-Küchen der Vergangenheit denkt, verbindet dies häufig mit dem Gedanken »Der Hunger treibt's rein«. Schmackhaft waren die Speisen aus den Großküchen - früher eigentlich nur in Universitäten - nicht immer, eher selten. Seitdem durch die offenen und geschlossenen Ganztagsschulen in den unterschiedlichsten Bildungseinrichtungen für die Schülerinnen und Schüler eine Mittagsverpflegung angeboten wird, hat sich das Bild gewandelt. Es wird auf vollwertige und schmackhafte Ernährung geachtet. So auch in der Mensa des Hermann-Staudinger-Gymnasiums in Erlenbach am Main im Landkreis Miltenberg.

Mensa-Angebot im HSG bei allen beliebt

Seit 2006 ist Annette Becker aus dem Stadtteil Mechenhard dort Küchenchefin. Gemeinsam mit ihrem Team kocht sie die unterschiedlichsten Gerichte. Insgesamt werden rund 720 Schülerinnen und Schüler am naturwissenschaftlich-technischen Gymnasium in der einwohnerstärksten Kommune im Landkreis Miltenberg unterrichtet. Viele nutzen das Mensa-Angebot, das Leckeres zu erschwinglichen Preisen auf dem Speiseplan hat. Auch die Lehrkräfte finden es toll. Zitat von Karin Lange-Schweikert (Lehrerin am HSG) zu dem Buch:

»Es lohnt sich echt!!!! So ein tolles Buch!!! Ein Muss für alle HSG-SchülerInnen, -LehrerInnen, -Eltern, -Großeltern, -Freunde, -Fans, -AbgängerInnen, ... und solche, die es werden wollen....«

Leider war dieser Genuss während des Corona-Lockdowns und den damit einhergehenden Schulschließungen gestrichen. Durch die sinkenden Inzidenzzahlen ist nun auch wieder Schulunterricht unter den gebotenen Hygienevorschriften nötig, so auch die Mittagsverpflegung in der Mensa.


Es werden auch Varianten vorgesschlagen.
Platz für eigene Notizen gibt's zudem.

Während des Corona-Lockdowns die Not zur Tugend gemacht


Das Küchenteam war während der Schulschließung nicht untätig, hat aus der Not eine Tugend gemacht und die Rezepte in einem Kochbuch der besonderen Art zusammengefasst. Der Titel: »Das ist lecker, Frau Becker«. Auf rund 135 reich bebilderten Seiten wird vorgestellt, was den Schülerinnen und Schülern, der ganzen Schulfamilie das Wasser im Mund zusammenfließen lässt. Von der Mittagsmahlzeit bis zum Pausensnack und so genanntem «Brainfood«, zahlreichen Süßspeisen und Kuchenrezepten enthält das Kochbuch nahezu alles, was das Herz begehrt- Aber noch mehr: Es werden Geschichten rund ums Kochen erzählt, die sich in der Mensa abgespielt haben. Alles absolut authentisch! Annette Becker kommt zugute, dass sie durch ihr Studium der Kommunikationswissenschaften sowie ihre berufliche Erfahrung das Rüstzeug als Layouterin und Texterin hat.


Hier ihre Vita:



Annette Becker

geboren 1962
Zwei Töchter (*1995 und 1998)
Bis zur 10. Klasse in Nordhessen aufgewachsen,
anschließend Abitur  und Studium in Berlin (Kommunikations- und Erziehungswissenschaften an der FU Berlin)
anschließend Freie Redakteurin bei Zeitungen in Berlin
Seit 1993 in Mechenhard,
erst zwei Jahre als Texterin in einer Werbeagentur in Aschaffenburg
1995 bis 2006 Redaktion im News-Verlag Miltenberg,
seit 2006 Betreiberin der HSG-Mensa



Aus der Pressemitteilung zum Buch


Während der coronabedingten Schulschließung war auch die Mensa geschlossen. Annette Becker und ihr Team nutzten die Zeit, um ein Kochbuch zu schreiben. Hierfür sammelte das Team Rezepte, die es üblicherweise in der Mensa gibt. Die Idee dazu lieferten ehemalige HSG-Schüler*innen. Denn nachdem sie nach ihrer Schulzeit weggezogen waren, fragten sie die Mensa-Chefin nach den unterschiedlichsten Rezepten. Neben der Idee für das Buch stammt auch der Titel von HSG-Schüler*innen, die nach dem Essen in der Mensa nochmal in der Küche vorbeikommen und sagen: „Das ist lecker, Frau Becker…“.

Alle Rezepte wurden für das Buch nachgekocht und fotografiert. Bis auf wenige Ausnahmen sind alle Gerichte schnell und ohne großen Aufwand zuzubereiten. Die Zutaten sind günstig, wobei man beim Kauf auf gute Qualität achten sollte – idealerweise Bioqualität empfehlen die Autorinnen.


Die einzelnen Arbeitsschritte für eine Kohlroulade


Die Rezepte wurden eingeteilt in die verschiedensten Kategorien und beinhalten einfache Basics wie Saucen, jedoch auch die Lieblinge der Mensa-Gäste wie z.B. Mexikanische Burritos oder Hähnchen in Dijonsenfsauce und Alltagshelden wie Allgäuer Käsespätzle. Außerdem werden Salatdressings, Süßspeisen sowie die beliebtesten Pausenbrote beschrieben. Auf einigen Seiten des Buchs wird von besonderen Kochevents berichtet, die in der Mensa stattfanden, beispielsweise mit TV- und Sternekoch Stefan Marquard oder Maurice Reymann - inklusive den Originalrezepten.

Außerdem wird das Geheimnis um das Margapolzza-Rezept gelüftet und man findet Rezepte, die sich Frau Becker und ihr Team nie getraut haben in der Mensa zu kochen, die aber unglaublich gut sind.

Der Kreativität sind beim Kochen keine Grenzen gesetzt. Es wird explizit empfohlen, die Rezepte auch abzuwandeln. Dafür ist auf jeder Seite in diesem Kochbuch Platz für eigene Notizen. Um beim Kochen beide Hände frei zu haben, ohne dass das Buch zuklappt, wurde es in einer praktischen Ringbindung gefertigt.

Der Kauf dieses Buches unterstützt das Mensateam finanziell und macht es möglich, Familie und Freunde auch Zuhause mit den Lieblingsgerichten aus der Mensa zu verwöhnen.


Mitgewirkt an dem Kochbuch haben neben Annette Becker noch Renate Kraft, Ulrike Lautenberger, Beyhan Budak, Sabine Spettel-Rittger und Ilona Winter vom HSG Mensa-Team.



Last but not least. Der Klappentext.

Kurz zusammengefasst

Als Verlegerin muss ich sagen: Prima gemacht! Gut strukturiert, mit Liebe, schönen Ideen und professionell gestaltet. 

Text und Fotos unterliegen dem Urheberrecht (Annette Becker und Ruth Weitz) und dürfen nur mit Genehmigung verwendet werden.


Samstag, 26. Juni 2021

Aus dem Tagebuch von Lilli Chapeau

Ihre Empfindungen und Erlebnisse während ihrer Quarantäne hat Lilli Chapeau
in einem Tagebuch zusammengefasst.

Das kleinste professionelle Theater der Welt von Céline und Clemens Bauer und die Location im Schlosspark Kleinheubach mit Theaterpavillon haben mich seit Jahren rundum fasziniert und animiert, darüber zu schreiben. Meine Tochter Miriam habe ich mittlerweile angesteckt. Celine ist als Lilli Chapeau bekannt. Sie ist eine ganz außergewöhnliche Künstlerin. Die Geschichte des kleinsten Theaters (es wurde 2004 gegründet) ist ungewöhnlich und beeindruckend. Für einen Beitrag auf dem Portal suite101 (das es leider nicht mehr gibt), erhielt ich sogar einen Preis. Das kleinste Theater in Miltenberg wird leider nicht mehr bespielt, nicht nur wegen Corona, sondern weil Clemens Bauer aus der Betreiber-GbR Ende Oktober 2020 ausgestiegen ist. Der Hintergrund ist mir nicht bekannt - und es geht mich auch nichts an. 

Lilli wird ausgebremst

Der Theaterpavillon im Kleinheubacher Schlosspark kam erst später und wird - wie Lilli in ihrem Tagebuch mit dem Titel »Wenn vieles anders kommt...« versichert - auch weiterhin mit ihren Stücken und Tieren für Theaterfreunde und -freundinnen zur Verfügung stehen. Ihr Schicksal beschreibt die Malaise vieler Künstlerinnen und Künstler in der Corona-Pandemie, die finanzielle Ungewissheit und der Schmerz, nicht mehr auf der Bühne stehen zu können. Für Lilli Chapeau war es doppelt schlimm. Sie war als Kontaktperson eines an Covid19-Infizierten gelistet und wurde kurz vor Beginn einer Vorstellung im März 2020 von der Gesundheitsbehörde im Landratsamt Miltenberg in Quarantäne geschickt. Dies hat sie so bildhaft in ihrem Tagebuch beschrieben, dass ich den Tränen nahe war. 

Hochwertig aufgemacht und schön zu lesen

Das kleine Bändchen in Fadenheftung und mit Lesebändchen, hochwertig aufgemacht und mit sehr gut strukturierten Inhalt bietet eine Lesefreude für alle, denen Empathie nicht fern ist und die lebendige Sprache als Ausdruck von Empfindungen mögen. Ihr Innerstes hat Lilli Chapeau in dem rund 130 Seiten umfassenden Bändchen nach außen gekehrt und lässt die Leser- und Leserinnen an den 14 Tagen Quarantäne teilhaben. Flankiert ist der Text mit einigen Zeichnungen. Die Zeit der Quarantäne verbringt sie mit ihren Tieren im Schlosspark - quasi ohne Kontakt zur Außenwelt. Mit ihren Tieren, den Pferden, den Pudeln, Kanarenvögeln und den Hühnern verbindet sie eine tiefe und innige Freundschaft. Es ist wunderbar zu lesen, wie sie deren individuelle Charaktereigenschaften beschreibt und welche besondere Begabungen in ihnen schlummern. Ich bin immer noch bass erstaunt, wie lernfähig und anhänglich Hühner sind. Es erinnert mich an meine Kindheit, als ich mit den Mechelner Hühnern in der Nachbarschaft spielte und die auf mich zu gerannt kamen, um sich von mir streicheln zu lassen.

Das Tagebuch hat die Autorin wohl bewusst mit der Aussage betitelt »Wenn vieles anders kommt...«, denn sie hatte ganz andere Pläne. Zum Beispiel ein neues Stück zu kreieren und aufzuführen. Der Inhalt ist ohne Pathos und Floskeln. Es ist ein sehr persönliches Büchlein. Teils mit philosophischem Inhalt. Lilli Chapeau kann der Corona-Krise sogar einige positive Züge abgewinnen. Sie schreibt auf Seite 116: 

»...Die Corona-Krise scheint tatsächlich doch auch einiges Gutes mit sich zu bringen. Nicht nur die Arbeit von Supermarktmitarbeiterinnen, sondern auch die von Kranken- und Altenpflegern wird jetzt auf einmal beachtet. Viele Menschen kümmern sich plötzlich mehr umeinander. Sie bilden zum Beispiel Nachbarschaftshilfen. Es entstehen auch unzählige neue Gabenzäune für Bedürftige. Die Luft ist sauber. Es gibt fast keine Flugzeuge mehr am Himmel Und viel weniger Wildunfälle. Oder überfahrene Kröten auf den Straßen...«

weitere Infos auf der Homepage www.lilli-chapeau.de, auf der auch die Kontaktadresse zu finden ist.

Hier mein Artikel auf pagewizz über das kleinste Theater der Welt.

Ein Zitat aus Lillis Buch »Parzival«

Text und Fotos unterliegen dem Urheberrecht. Copyright: Ruth Weitz