Dienstag, 19. Mai 2020

Uns geht's doch noch gut!

Die Freude dieses vierjährigen Mädchens ist groß über die Spende des Vereins Nächstenliebe.

Gleich werden ein paar Schuhe aus den gespendeten Kinderkleidern und Zubehör ausprobiert.

Mit Rosemarie Koch aus Elsenfeld, die jeder nur »Rosi« nennt, verbindet mich seit Jahren eine besondere Wertschätzung für ihr Engagement, das den armen Menschen dieser Welt zugute kommt. Sie setzt sich für die ein, die nichts zu essen haben, am Rande des Existenzminimums leben und die gerade jetzt in der Corona-Krise besonders leiden. Sie sammelt Sachspenden und sorgt dafür, dass sie auch dort ankommen, wo sie am dringendsten benötigt werden. Sie hat direkten Kontakt mit Schwestern des Franziskaner-Ordens, die helfen, um den armen Menschen deren prekäre Situation zu erleichtern.
In diesem halb zerfallenen Haus lebt die vierköpfige 
Familie ohne Strom und Wasser.

Kürzlich erreichte mich die Nachricht an Rosi Koch aus Rumänien, die sie an mich weitergab:

...Wie bereits schon besprochen habe ich Ihnen von der Familie erzählt.  
Die Bilder haben Sie ja. Vielen Dank für Ihre Hilfe. Bei einem Hilfsaktionbesuch für alte und kranke Menschen in Rumänien entdeckte ein Mädchen einen Pfad, der in den  Wald führte und sie neugierig machte. Sie folgte diesem Pfad und traute ihren Augen nicht, als sie in einem ganz alten, total zerfallenem Haus eine Familie entdeckte mit zwei kleinen Kindern, ein  zwei und vier Jahre altes 
Mädchen. Sie leben dort im diesem total zerfallenen Haus ohne Strom und Wasser. Schnell eilte Schwester Jeana die Verteiler-Schwester des Vereins Nächstenliebe und holte Kinderkleider
und Lebensmittel, die vom Transport  des Vereins Nächstenliebe angekommen waren. Sie 
war erschüttert und bittet die Menschen in Deutschland dieser erbarmenswürdigen armen Familie finanziell zu helfen. Zunächst soll zu ihnen Strom und Wasser gelegt werden.

Das zeigt mir wieder einmal, wie gut es uns hier eigentlich doch geht. In Rumänien sind die Restriktionen des Lockdown deutlich strenger als bei uns. Mit ein Grund ist, dass die Menschen auf Covid-19 dort kaum getestet und die Infizierten nicht wie bei uns durch eine entsprechende Infrastruktur lokalisiert werden können. Deshalb sind die Kontaktsperren sehr streng, um die Verbreitung des Virus' einzudämmen.
Die Fotos von den Kindern wurden von der Familie freigegeben. Sie zeigen sehr deutlich, unter welchen Bedingungen die Familie leben muss. Deshalb: Uns geht's doch noch gut!
Liebe Leser meines Blogs, jede kleine Spende hilft dem Verein Nächstenliebe e.V.
Hier mehr zu den Hilfsaktionen: Verein Nächstenliebe hilft auch in der Corona-Krise

Die Spendenkonten:

Raiffeisenbank Aschaffenburg eG
IBAN: DE 62 7956 2514 00041342 49
BIC: GENODEF1AB1

Sparkasse Miltenberg-Obernburg
IBAN: DE57 7965 0000 0501 1863 99
BIC: BYLADEM1MIL


Fotos: Verein Nächstenliebe e. V.

Donnerstag, 26. März 2020

#Corona Covid 19: Pandemie wirbelt alles durcheinander

Covid 19 schränkt das gesellschaftliche und berufliche Leben stark ein und stellt Unternehmen und Freiberufler vor große finanzielle Herausforderungen.
Foto: pixabay.com

Nichts ist mehr, wie es war. Die verhängte Kontaktsperre wegen der #Corona Pandemie verlangt vielen Menschen eine drastische Umstellung ab. Schulen und Kindergärten sind geschlossen. Mitarbeiter*innen sind ins Homeoffice verbannt und müssen zusätzlich ihre Kinder betreuen, als Ersatzlehrer*innen fungieren. Für Freiberufler ist die Situation besonders bitter. Kurzarbeitergeld bekommen sie nicht. Letztlich, wenn die blanke Existenz auf dem Spiel steht, müssen sie Hartz IV beantragen. Zwar bieten die Bundesländer Soforthilfen an, die unbürokratisch abgewickelt werden sollen, aber wie läuft es ab? Welche Zeitspanne ist in dem Begriff »unbürokratisch« enthalten? Mit welchen Beträgen kann gerechnet werden? Werden die vom Bund in einem Nachtragshaushalt zur Verfügung gestellten 156 Milliarden Euro im Windhundverfahren ausgeschüttet - nach dem Motto: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst? Hier ein Überblick über die Soforthilfen in den verschiedenen Bundesländern.
Für mich stellt sich die Situation nicht ganz so dramatisch dar, denn ich bekomme ein bisschen Rente und habe auch Rücklagen gebildet, was mir in den nächsten Wochen über die Runden hilft. Miete muss ich auch nicht zahlen, nur die Nebenkosten, weil ich mit meinem Mann in einer Eigentumswohnung lebe. Anspruch auf Soforthilfe habe ich also sowieso nicht. Lediglich meinen Krankenkassenbeitrag für den Zusatzverdienst zur Rente konnte ich auf Null zurückschrauben.
Wie aber sieht es mit Kolleg*innen aus, die keine Aufträge bekommen? Ich denke, da kommt noch sehr viel auf uns zu, was allein die wirtschaftlichen Folgen betrifft. Und es wird noch lange Zeit dauern, bis wir in ruhigerem Fahrwasser segeln und zur Normalität zurückkehren können. Die derzeit verhängte Kontaktsperre ist notwendig, aber sie belastet mich und meine Familie wie viele andere Menschen auch. Ein Beispiel: Mein 93-jähriger Vater lebt in einer Senioreneinrichtung. Wir können ihn wegen der derzeit herrschenden Situation nicht besuchen.
Immer höher, immer weiter, immer mehr - dieses Prinzip gilt nicht mehr. Besinnen wir uns, dass Entschleunigung angesagt ist. Verzicht zu üben ist die die Maßnahme, die uns weiter bringt und womöglich auch für die Zukunft ein wichtiger Aspekt. Regional einzukaufen, die Geschäfte vor Ort zu unterstützen statt bei Amazon und Co. zu bestellen, das wäre zum Beispiel eine Option.
Also, liebe Leser meines Blogs, denkt mal drüber nach!

Donnerstag, 16. Januar 2020

Was hat es mit dem christlichen Glauben auf sich?

Karl Kern bei der Buchvorstellung im Jugendheim Pia fidelis in seiner Heimatstadt Obernburg.

Nach längerer Zeit komme ich dazu, einige Gedanken auf diesem Weblog zusammenzufassen. Vorweg: Das mit dem Glauben an Gott, an die Trinität und an die Wiederauferstehung ist so eine Sache. Ich bin evangelisch getauft und 1968 konfirmiert worden. In Obernburg lebe ich seit mehr als 40 Jahren. Anfangs hatte ich es nicht leicht, denn die Menschen hier sind überwiegend katholisch. Damals war Ökumene nur ein Begriff, wurde aber nicht gelebt. Wir Lutheraner wurden als »Kirche« gar nicht anerkannt, obwohl wir christlichen Glaubens sind, Gottesdienste und das Abendmahl feiern. Das hat sich mittlerweile geändert. Die christlichen Kirchen üben Gemeinsamkeit. Was oft fehlt, ist die Begeisterung, den Glauben zu verbreiten und neue Formen zu finden, um das wachsende Bedürfnis der Menschen nach Spiritualität zu erfüllen. Die Kirchenbänke bleiben leer, junge Menschen wenden sich ab, weil ihnen das Verstaubte, das ewig Gestrige in der Liturgie nichts bringt. Die Predigten manchmal den Nerv der Zeit nicht treffen.


Bei meiner goldenen Konfirmation in Obernburg.

Bei der Buchvorstellung von Pater Karl Kern SJ, Kirchenrektor in St. Michael, München, ist mir klar geworden, dass die Formen der Gottesdienste und Messfeiern eines Relaunchs bedürfen, sowohl was uns Lutheraner als auch und gerade die römisch-katholische Kirche betrifft. »Das Alte neu sagen - Matthäus für heute« ist der Buchtitel und eine Zusammenfassung von Predigttexten aus freier Rede zum Matthäus-Evangelium. Es sind sehr anspruchsvolle, theologisch-wissenschaftlich untermauerte Texte und nicht leicht zu verstehen für Leser, die nicht bibelfest sind. Aber je intensiver ich mich mit dem Inhalt beschäftigt habe, umso mehr hat sie mich erfasst, die Sehnsucht nach der frohen Botschaft, nach der Vitalität, die in ihr steckt.

Bei meiner goldenen Konfirmation, die ich sowohl in meinem Heimatort Romrod 2018 feiern durfte und zwei Jahre später hier in der Friedenskirche, hat mich die Atmosphäre sehr berührt. Es war einfach schön, bekannte Kirchenlieder zu schmettern, das Abendmahl zu empfangen und den Bibelspruch auf einer Urkunde mit nach Hause nehmen zu dürfen. Erlebnisse, die nachhaltig wirken.

Polyphonie der christlichen Anfänge


....»Das Matthäusevangelium gehört zur Polyphonie der christlichen Anfänge. Es hat den Anspruch, das Ganze der Welt in Christus zu deuten. Diesem Anliegen dient vor allem das Gleichniskapitel (Kap. 13). In drei Predigten bekommt der Leser dieses Kapitel erschlossen. Die Botschaft dieses Evangelisten passt auch in unsere pluralistische und globale Welt, in der die Weltreligionen erstmals nahe beieinander leben.«...ist ein Zitat aus der Buchvorstellung.

Das Buch mit Predigten von Karl Kern.

Im voll besetzten Saal des Jugendheims »Pia fidelis« bekannte Karl Kern »Wir haben einen Reformstau«. ES haben sich nur wenige zu Wort gemeldet. Karl Kern gab zu, dass die Diskussion zu dem Thema in der Münchner Jesuitenkirche auf intellektuell hohem Niveau geführt wird, weil sich dort die entsprechende Klientel angesprochen fühlt. »Mit dem Verstand kann man die Trinität nicht beweisen - lebt sie, das ist genug«, sagte er zum Schluss und meinte, dass etwas entstehen müsse, was aus dem Menschen komme im Sinne einer Volksfrömmigkeit, die leider verloren gegangen sei.

Ein Weingeschenk von der Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Katharina Volmer.

Montag, 9. Dezember 2019

Endlich mal wieder ein neuer Post - Vorweihnachtliches von der rasenden Reporterin

Das Kindermusical Peter Pan im Elsenfelder Bürgerzentrum.

Die Vorweihnachtszeit sollte eigentlich die stillste Zeit im Jahr sein, aber es überschlagen sich die Termine: Konzerte, Weihnachtsmärkte, Weihnachtsfeiern...und mehr halten uns in Trab. Es sind eigentlich alles schöne Ereignisse, auch für mich als rasende Reporterin, für die ich gerne unterwegs bin, um über Konzerte etc. zu berichten. Im Ehrenamt bin ich auch rührig wie zum Beispiel bei »Obernburg im Lichterglanz«, wo ich am Stand des Theatervereins »Die Granatsplitter« mitgeholfen habe. Am Sonntag zuvor war ich bei der Wintermatinee des Fördervereins Appassionata der Musikschule Obernburg und habe für den Verein fotografiert und eine Konzertrezension geschrieben.


Mit Andrea Faggiano und den Jungs von Andrea Oberle beim Stand des Theatervereins Granatsplitter bei Obernburg im Lichterglanz.
Foto: Norbert Gödde

Die Wintermatinee der Musikschulfreunde Appassionata mit Nicolas Vollmuth und Angelika Franzke-Koppolt.

Für eine gute Sache, nämlich die Initiative, Gewalt gegen Frauen und Mädchen anzuprangern, habe ich zusammen mit Jessica Hösch und Christopher Betzwieser eine kleine Lesung zu einer Kunstaktion beigesteuert, die Ende November im Alten Gefängnis in Klingenberg stattfand. Der Titel »Burnt Orange«.


Bei der Lesung im Alten Gefängnis in Klingenberg im Rahmen der Ausstellung »Burnt Orange«.
Natürlich ist dies nur ein Auszug aus allen Events, an denen ich teilgenommen habe. Politisch ist auch nicht wenig zu tun gewesen. Da ich mich entschlossen habe, mich als Bürgermeisterkandidatin aufstellen zu lassen, geht es jetzt in die heiße Wahlkampfphase.

Montag, 16. September 2019

Was im Ehrenamt alles geleistet wird

Stroh zu Gold spinnen: Im Märchen vom Rumpelstilzchen ist es das zentrale Thema.

Am gestrigen, Sonntag, 15. September war Kaiserwetter angesagt. Beste Voraussetzung für zwei Veranstaltungen, die ich besucht habe, den Märchensonntag in Obernburg und das Museumsfest in der Nachbargemeinde Mömlingen. In Obernburg war ich schon vor Beginn des verkaufsoffenen Sonntags, denn ich hatte noch vielfältige Aufgaben zu erledigen. »Selbst und ständig« ist das geflügelte Wort für freiberuflich Tätige. Deshalb muss ich mir auch am Wochenende meine Arbeit gut einteilen. Also: Besuch bei Sylvia Eisert und ihrem Stand von Sylvia's Wollestübchen besuchen und noch einen Abstecher nach Mömlingen zum Museumsfest machen. Zwischendurch Mittagessen kochen und Texte schreiben.

Wer kennt nicht das Märchen von Rumpelstilzchen, wo es unter anderem darum geht, Stroh zu Gold zu spinnen. Am Sonntag, 15. September, waren Marie Böhrer und ihre Nichte Siegrid Moldaschl von der Spinnstube Höpfingen beim Märchensonntag zu Gast und hatten sich eine witzige Dekoration einfallen lassen, in der genau dieses Thema aufgegriffen wurde. Eingeladen worden waren sie von Sylvia Eisert.

Sylvia Eisert und Hermann Rachor, die den Stand von Sylvia's Wollestübchen betreuen. Im Hintergrund die Damen von der Spinnstube Höpfingen.

Sie hatten beide ihre Spinnräder mitgebracht und auch Selbstgestricktes und Gefilztes. Beide Damen kennen sich nämlich nicht nur mit Wollespinnen aus. Marie Böhrer, 81 Jahre alt, hat sich im Heimatverein Höpfingen dafür stark gemacht, einen Strickrekord aufzustellen. Das wird am 29. September während des «Höpfemer Quetschefests« geschehen. Sie hat auch die Organisation dafür übernommen.

Marie Böhrer (rechts) und ihre Nichte Siegrid Moldaschl wecken schon vor dem offiziellen Beginn des Märchensonntags das Interesse einer Besucherin.

Von 15.30 Uhr bis 16.30 Uhr findet der Wettbewerb auf dem Festplatz der Obst- und Festhalle Höpfingen statt. Anmeldeschluss vor Ort ist um 15 Uhr. Bei schlechtem Wetter wird das Geschehen in die nahe gelegenen Halle transferiert.

Wer beim Wettbewerb in Höpfingen nach Vorgaben des Rekord-Instituts Hamburg die meisten Menschen aufbietet, die ununterbrochen 30 Minuten stricken, sind deutsche Rekordmeister*innen. Gefallene Maschen aufzunehmen, ist ein Verstoß gegen die Richtlinien. Auch darf die Arbeit nicht unterbrochen werden. Gestrickt werden darf nicht nur mit Strickstöcken und Rundnadeln, sondern auch mit Strickliesel oder mit Fingern. Mehr Informationen zum Strickrekord ...

Voranmelden können sich Interessierte bei Marie Böhrer, Telefon 06283/8794 oder per E-Mail beim Vorsitzenden des Heimatvereins Höpfingen, Adalbert Hauck: adalberthauck@aol.com.

Museumstag in Mömlingen


Ja und dann am späteren Nachmittag bin ich mit meinem roten Smartie nach Mömlingen gedüst.  Bernhard Ohnesorge, der  zweite Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins hatte mich eingeladen. Seit 1997 wird das Fest alle 2 Jahre im Bürgerhaus veranstaltet, wo sich auch in den beiden Obergeschossen das Heimatmuseum befindet. 

In der Schusterstube des Mömlinger Museums zeigt Schuhmachermeister Georg Lieb, der in Mömlingen nur »Schusterschorsch« genannt wird, einen von ihm besohlten Schuh.

Im Gesellschaftsraum wurden alte Filme gezeigt, die Friedhelm Klug digitalisiert hatte. Im Mittelgeschoss hatte Leon Heinrich zum Tag des Geotops eine interessante Ausstellung zusammengestellt und stand für Erklärungen zur Verfügung. 

Die Helfer des Heimat- und Geschichtsvereins beim Museumsfest hinter der Theke.

Für Speis' und Trank und die Bewirtung sorgten 35 Helfer. Es war alles bestens organisiert. Das Schmuckstück im Mömlinger Museum ist das historische Schulzimmer. In der Schmiede zeigte Ulrich Blaut vor den Augen interessierter Zuschauer , wie beispielsweise ein Meißel gefertigt wird. Hier habe ich einen ausführlichen Artikel mit Bilderserie in Meine-News geschrieben.
Übers Schulmuseum hatte ich schon 2011 einen Beitrag veröffentlicht, der hier gelesen werden kann.