Mittwoch, 17. Oktober 2018

Warum feiern wir Halloween - woher stammt der Brauch?

Der Halloween-Brauch stammt ursprünglich aus Irland und kam über Auswanderer in die USA und wurde dort kommerzialisiert.
Foto: pixabay.com
 
Über mein Netzwerk erreichte mich nachfolgender Beitrag zum Thema Halloween von der meisterplan-PR-Agentur, den ich hier gerne auf meinem Rasenden-Reporterinnen-Blog veröffentliche, denn er enthält interessante Hintergrundinformationen.


Erntedank heißt der Brauch in Deutschland, bei dem die Menschen sich im Herbst für die eingebrachte Ernte bedanken. Halloween ist das ursprünglich irische Pendant dazu. Durch irische Auswanderer landete der Brauch in den USA. Im Laufe der 1990er-Jahre schwappte er in kommerzialisierter Form nach Europa zurück.

Die ersten Erntedankfeste sind aus dem dritten Jahrhundert nach Christus überliefert. Seit 1972 wird das Fest immer am ersten Oktobersonntag in den katholischen Kirchen gefeiert. Doch bereits die Griechen und Römer huldigten der Ernte im Herbst und feierten dazu ein Fest. Bei den Kelten hieß dieser Brauch vor Jahrhunderten „Samhain“ und wurde am ersten November (Allerheiligen, engl. All Hallows) gefeiert. Daraus entwickelte sich angeblich der Name Halloween.

»Was genau es mit Halloween auf sich hat, ist im Herbst eines der interkulturellen Themen in unseren Sprachkursen«, berichtet die aus den USA stammende Englischtrainerin Sara Conway vom inlingua Sprachcenter in Stuttgart. Die Teilnehmer fragen, warum an Halloween Kürbislichter aufgestellt werden und die Kinder gruselig verkleidet an den Haustüren klingeln, um ihren Spruch »Süßes oder Saures« aufzusagen. Conway berichtet dann von dem Brauch in Irland und wie er sich in die USA und nach Europa verbreitet hat.

An Oíche Shamna (engl. Samhain Eve, All Hallows Evening), dem Vorabend von Samhain, bedankten sich die Menschen mit großen Feuern für die Ernte, verabschiedeten den Sommer und gedachten der Seelen ihrer Verstorbenen. Die Kelten waren der festen Überzeugung, dass die Seelen in der Nacht zum ersten November leibhaftig auf die Erde kamen, um sie zu besuchen. Die Dorfgemeinschaft warf Viehknochen in das Feuer, das ein Druide segnete. Aus diesem Feuer entzündete jede Familie im Dorf ein neues Feuer für ihr Haus. Mit Lichtern und Leckereien (Süßes) hieß man die Seelen willkommen. Einige Kelten dachten, die Geister kämen, um sich einen neuen Körper zu suchen oder an den Lebenden zu rächen. Sie verkleideten sich deshalb in totenähnlichen, abschreckenden Gewändern, um die bösen Geister zu vertreiben. Durch Millionen irischer Auswanderer im 19. Jahrhundert wurde dieser Brauch über den Ozean bis nach Amerika getragen und dort weiterhin gefeiert. Es entstand der Spruch »Trick or Treat« («Süßes, sonst gibt's Saures«), der überliefert bedeutet: Wenn man nichts Köstliches oder Süßes (treat) gibt, wenn die Kinder an die Tür klopfen, dann spielen sie einem einen Streich (trick).

»Eng verbunden mit dem Halloweenbrauch ist die keltische Sage vom bösen Hufschmied Jack«, so Conway. Jack gelang es durch eine List, den Teufel einzufangen. Der Hufschmied ließ den Teufel nur frei, wenn er Jacks Seele nicht holen würde. Als Jack eines Tages starb, verwehrte ihm aufgrund seiner Missetaten der Himmel den Zugang. Auch der Teufel wollte ihn in der Hölle nicht haben, gab ihm aber ein Stück glühende Kohle mit auf den Weg, damit er durch das Dunkel wandern konnte. Jack steckte es in eine Rübe, die er als Proviant dabei hatte, und nutze diese als Laterne. Das Rübenlicht sollte böse Geister fernhalten. Da in Amerika weniger Rüben als Kürbisse vorhanden waren, wurden die leuchtenden Kürbisfratzen populär. Im Laufe der 1990er-Jahre schwappte der Brauch in kommerzialisierter Form nach Europa zurück. Mehrtägige Halloweenfeste mit Kostümen, Dekoartikeln und Süßigkeiten sowie das Umherziehen von Tür zu Tür werden mittlerweile auch in Deutschland zelebriert.

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Zum Welthospiztag am 13. Oktober - Ökumenischer Hospizverein im Landkreis Miltenberg leistet wertvolle Arbeit

Beim ökumenischen Hospizverein des Landkreises Miltenberg sind Claudia Schüßler-Volz und die beiden Koordinatorinnen Stefanie Basch und Margarete Hohm (von rechts) ein eingespieltes Team.
Foto: Ruth Weitz

Am Samstag, 13. Oktober 2018. ist Welthospiztag. Ein Anlass, um einmal inne zu halten und an die Menschen zu denken, die schwerkranke bis zum letzten Tag begleiten und sich dafür einsetzen, höchst mögliche Lebensqualität zu ermöglichen. »Mir geht’s gut, ich sterbe«, so lautet ein Buchtitel. Vom Team des ökumenischen Hospizvereins im Kreis Miltenberg mit Sitz in Obernburg wird diese Lektüre empfohlen. Wer meint, der Titel sei makaber, wird bei längerem Nachdenken und im Gespräch mit den Sterbebegleitern des Vereins die Erkenntnis gewinnen, dass Sterben zum Leben gehört und auch auf dem letzten Weg höchstmögliche Lebensqualität erreichbar ist, wenn rechtzeitig Vorsorge getroffen wird. »Zuhören, beraten, annehmen, begleiten«, das ist die Leitlinie des ökumenischen Hospizvereins.

Rat und Hilfe für Betroffene und ihre Angehörige


Claudia Schüßler-Volz, zweite Vorsitzende des landkreisweit tätigen Vereins leitet ihn im Ehrenamt mit einem fünfköpfigen Vorstandsteam. Sie ist darauf bedacht, dass den Betroffenen Rat und Hilfe geboten wird und zwar kompetent und professionell. Eine Vakanz besteht ihrer Aussage nach durch das Ausscheiden des ersten Vorsitzenden vor einem halben Jahr nicht. Eine Neuwahl sei nicht nötig gewesen, denn in der Satzung des Vereins sei die Regelung klar beschrieben. »Wir arbeiten satzungsgemäß, denn beide Vorsitzenden sind unabhängig voneinander vertretungsbefugt.«
Die beiden hauptamtlich tätigen Koordinatorinnen Stefanie Basch und Margarete Hohm sind sehr froh, dass sich immer wieder Menschen bereit erklären, Sterbende und ihre Angehörigen zu begleiten sowie zusätzlich Trauerarbeit zu leisten. Fünf Hospizbegleiter haben sich zu Trauerbegleitern ausbilden lassen.
Es ist kein Sprung ins kalte Wasser, wie die drei im Gespräch mit mir erklären. Als Rüstzeug bekommen neue Hospizbegleiter eine fundierte Ausbildung geboten, die von Fachleuten geleitet wird. Sie werden im Lauf ihrer ehrenamtlichen Arbeit kontinuierlich fortgebildet und erhalten auch regelmäßige Supervisionen in Obernburg und Miltenberg. »Das ist eine wichtige Stütze für die Arbeit. Die Schicksale lassen keinen kalt«, erklärt Claudia Schüßler-Volz. Sie ist seit fünf Jahren im Verein, hat sich als Hospizbegleiterin qualifizieren lassen und weiß, was Sterbebegleitung bedeutet.

Koordinatorinnen als Ansprechpartner - Vereinsvorstand arbeitet im Hintergrund


Die beiden Koordinatorinnen stehen quasi Tag und Nacht als Ansprechpartnerinnen zur Verfügung. Stefanie Basch ist seit 2011 in dieser Funktion tätig, zunächst in der Geschäftsstelle in Kleinwallstadt, die sich im Areal der Roheschen Stiftung befand. Drei Jahre später wurde sie dann von Margarete Hohm unterstützt. Den Umzug nach Obernburg in das ehemalige Postgebäude bezeichnen beide als Gewinn. »Wir sind mitten in der Stadt und deutlich sichtbarer als in Kleinwallstadt«, sagt Stefanie Basch. »Es kommen zu den Öffnungszeiten am Mittwochnachmittag Passanten zu uns, weil sie das Hinweisschild gelesen haben. Spontan, um sich informieren zu lassen«, erzählt Margarete Hohm.
Claudia Schüßler-Volz unterstreicht: »Im Vorstand arbeiten wir im Hintergrund, in erster Linie, um die Koordination zu unterstützen«. Ein gutes Miteinander sei allen Beteiligten wichtig. »Das haben wir auch«, bestätigten Stefanie Basch und Margarete Hohm. Neben den Beratungs- und Informationsangeboten zum Thema Hospiz bietet der Verein Trauerbegleitung für die Angehörigen an. Auch die Trauerbegleiter erhalten eine fundierte Ausbildung. An jedem dritten Samstag im Monat findet im Seminarraum des Vereins in der ehemaligen Post ein Trauercafé statt. »Es ist ein geschützter Raum, in dem sich Angehörige austauschen können und die Möglichkeit haben, ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen«, so die Vereinsvorsitzende.
Für Betroffene und deren Angehörige geben die drei vom Hospizverein den Rat, frühzeitig zu planen, wenn die ärztliche Diagnose auf ein absehbares Lebensende hinweist. »Nur so können in Ruhe gut überlegte Entscheidungen getroffen werden«, sagt Margarete Hohm. Nicht die Verlängerung des Lebens sei das Ziel, sondern trotz unheilbarer Erkrankung nach individuellen Bedürfnissen möglichst in der häuslichen Umgebung eine hohe Lebensqualität bis zum Schluss und ein würdiges Sterben zu bieten. Durch die gute Vernetzung des Vereins mit der Palliativversorgung, stationären Hospizeinrichtungen, mit Ärzten, Therapeuten, Seelsorgern und öffentlichen Stellen wird dies möglich gemacht.

Kontakt und Info:


Weitere Informationen unter Telefon 06022/7093084, Mobiltelefon: 0176/3451260, E-Mail: info@hospizverein-miltenberg.de und im Internet unter www.hospizverein-miltenberg.de.

Ökumenischer Hospizverein im Kreis Miltenberg kurz zusammengefasst


 Gegründet wurde der ökumenische Hospizverein im Jahr 1995. In der heutigen Form besteht er seit 2005. Hospiz- und Trauerbegleitung, Aufklärung über Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung stehen neben Informationsveranstaltungen im Mittelpunkt. Jährlich im Frühjahr finden Mitgliederversammlungen statt, gewählt wird der Vorstand alle drei Jahre. Er ist aktuell besetzt mit der zweiten Vorsitzenden Claudia Schüßler- Volz (Obernburg), Schatzmeisterin Tanja Schäfer (Erlenbach), Schriftführerin Carmen Roloff (Elsenfeld-Rück) den Beisitzern Peter Flohr (Obernburg), Erika Kuhn und Petra Berberich (beide Schneeberg). Zurzeit gibt es 65 Hospizbegleiter, die im Landkreis Miltenberg tätig sind - nicht alle zu allen Zeiten. Nach einer gewissen Zeitspanne legen sie bewusst eine Pause ein, um die meist tief berührenden Erfahrungen verarbeiten zu können. Zum Welthospiztag am Samstag, 13. Oktober findet ab 16 Uhr eine Sonderveranstaltung in Kooperation mit dem Kino Passage in Erlenbach statt. Gezeigt wird der Film Kirschblüten-Hanami. Im Anschluss stehen Mitarbeiter des ökumenischen Hospizvereins und des Malteser Hilfsdienstes für Fragen zur Verfügung.








Sonntag, 2. September 2018

Die Burgfreunde Wildenstein mögen es urig - und die Festbesucher auch

Zünftige Blasmusik von den Dammbachtalern und Ochs am Spieß zog schon vor der Mittagszeit viel Publikum zum Fest der Burgfreunde an die Burg Wildenstein.

Heute war ich in Wildenstein, ein Weiler und Ortsteil der Marktgemeinde Eschau, wo es eine Burgruine gibt, die von den Burgfreunden gepflegt und instand gehalten wird. Es gab Ochs am Spieß und zünftige Blasmusik von den »Dammbachtalern« aus dem Nachbarort, der allerdings im Landkreis Aschaffenburg liegt.

Hier einige Bildimpressionen:


Das Plakat der Burgfreunde macht bereits Laune.

Die Musiker sammeln sich zum Marsch zur Burg Wildenstein.

Die Laune ist bereits prima.

Da macht auch der Anstieg zur Burg nichts mehr aus.

Blick von der Burg auf Wildenstein.


Mit musikalischer Untermalung schmeckt es noch besser.

Der Ochs wird portioniert.



Auf Wikipedia ist über die Geschichte des Gemäuers zu lesen:
»Die Burg wurde etwa Anfang des 13. Jahrhunderts durch die Grafen von Rieneck errichtet, vermutlich zum Schutz der Rienecker Besitzungen gegen die benachbarten Kurmainzischen Orte. Urkundlich wird sie zum ersten Mal 1260 genannt. In einer Fehde der Grafen gegen Kurmainz und Reinhard I. von Hanau war die Burg genommen worden. Es kam zum Vergleich. Die Grafen von Rieneck wurden zur Anerkennung der Mainzischen Rechte gezwungen und mussten versprechen, im Gebiet des Spessarts keine Burg mehr zu erbauen. Trotzdem gingen sie unmittelbar darauf an den Bau des castrum Esche (Burg Eschau)[1], wogegen Mainz wiederum protestierte. 1261 kam es zu einem neuen Vergleich, worin sich die Brüder Ludwig, Gerhard und Heinrich von Rieneck, verpflichteten, keinen »Burglichbu« auf Mainzer Grund zu errichten, nachdem durch Bischof Wernher von Mainz das Schloss Esche zerstört worden war. Als der Erzbischof dann selbst eine Burg bei Eschau zu bauen begann, protestierten dagegen die Rienecker. Gleichzeitig machten sie sich daran, die Burg Wildenstein wiederherzustellen. 1266 kam es zu einem neuerlichen Vergleich. Die Grafen von Rieneck versprachen dem Erzbischof Wernher, 500 Mark Silber zu bezahlen und verpfändeten sich dem Vermittler, dem Grafen Hermann von Henneberg, für 300 Mark mit dem castrum Wildenstein. Auch verpflichteten sie sich, das castrum Ronnenbach zum Schleifen zu übergeben. Im Januar 1271 mussten sich die Grafen dem Mainzer Erzbischof bei einer Zusammenkunft in Aschaffenburg bedingungslos unterwerfen.Um sich später gegen Mainz zu sichern, trugen sie Burg Wildenstein, die Dörfer Eschau und Kleinheubach, dem Pfalzgrafen bei Rhein als Lehen auf. Im Rienecker Besitz blieb die Burg bis zum Aussterben des Geschlechts. Sie war Sitz des Rienecker Amtmanns. 1340 wird Johann Gundelwin als Amtmann von Wildenstein genannt, 1382 ein Herr von Fechenbach als Edelknecht, 1420 Eberhard Rüd von Kollenberg als Burgmann. 1319 war die Burg teilweise verpfändet. Als Graf Philipp, der mit Margareta von Erbach vermählt war, der letzte Rienecker, kinderlos blieb, ließ sich 1520 Eberhard Schenk von Erbach die Anwartschaft auf die Pfälzischen Lehen der Rienecker zusichern. 1559 zogen dann nach Graf Philipps Tode die Pfalzgrafen bei Rhein die Burg Wildenstein als heimgefallenes Lehen an sich und übergaben sie den Grafen von Erbach 1560 als freies Allodialgut. Die Burg blieb unter den Grafen von Erbach zunächst noch Sitz des Amtmannes, wurde dann aufgelassen und dem Verfall preisgegeben.«
Die Burgfreunde Wildenstein, das ist ein uriges und engagiertes Team, das sich auch in historischer Gewandung zeigt und mit Festen - wie die Einladung zum Ochs-am-Spieß-Essen - die Gelder erwirtschaftet, die für die Pflege der Burg und der Anlage nötig sind. Mit im Boot ist der Verein Burglandschaft, der den steinernen Zeitzeugen hoch über Wildenstein in sein Programm aufgenommen hat. Die Geschäftsstelle der Burglandschaft e.V. befindet sich übrigens in Eschau im historischen Rathaus. 

Montag, 6. August 2018

Nathan der Weise auf der Clingenburg - hochaktuell und tiefgründig

Recha (Franziska Lißmeier) und ihr Vater Nathan (Joachim Henschke).
In der Jubiläumssaison 25 Jahre auf der Clingenburg ist das Programm der Clingenburg-Festspiele besonders vielfältig und von herausragender Qualität. Das Hauptstück, Leonard Bernsteins West-Side-Story ist fulminant inszeniert und besticht durch eine hinreißende Choreografie mit vielen beeindruckenden Tanzszenen und brillanten Vokalbeiträgen. Ein Klassiker wie Nathan der Weise bietet einen Kontrast zu dieser turbulenten Musicalaufführung. Aber er hat mit Bernsteins West-Side-Story gemeinsam, dass es um Toleranz und Mitmenschlichkeit geht. Wenn beides erfüllt wird, dann wären  fatale Entwicklungen - wie in der West-Side-Story - erst gar nicht eingetreten.

Daja (Ramona Schmid) versucht, ihre Überzeugungskraft anzubringen.

In Nathan der Weise, im Programm als »epochales Bühnenwerk« nach der Vorlage von Gotthold Ephraim Lessing beschrieben, werden Parallelen zur Gegenwart bewusst eingeflochten. Hier hat Marcel Krohn als Regisseur die aktuelle Tagespolitik in den Epilog von Suleika (Kumari Helbling) einfließen lassen. Sie prangert an, dass es immer nur um monetäre Interessen geht, der Mensch dabei keine Rolle spielt. Sie rüttelt auf, weist unter anderem auf die Kriege im arabischen Raum hin, wo die Bevölkerung hingemetzelt wird und viele aus Angst vor dem Tod fliehen, aber im Mittelmeer ertrinken.

Der junge Tempelherr (Alexander Ruttig) mit dem Patriarchen (Konrad Adams).
Bravourös ist die Darstellung des Nathan durch Joachim Henschke, der in allen Szenen überzeugt und klar macht, was dieses Lessingsche Toleranzdrama ausmacht: Die Vision vom Frieden aller Religionen. Für die Zuschauer auf der Freilichtbühne der Clingenburg ist dieses beeindruckende Schauspiel ein besonderes Erlebnis, zunächst von der Abendsonne beleuchtet. Wenn sie gesunken ist, wird das Bühnenbild von Scheinwerfern erleuchtet. Schön anzusehen sind auch die Kostüme, die von Isa Mehnert entworfen wurden. Der Aufforderung von Alexander Ruttig (Darsteller des Tempelherrn) nach der Aufführung sind wir (meine Tochter und ich) gerne nachgekommen und haben für die Jemenhilfe gespendet.

Sultan Saladin mit seinen Schwestern Suleika (Kumari Helbling) - links - und Sittah (Jasmin Alshaibani).

Kurzbeschreibung: 

Der jüdische Kaufmann Nathan kommt von einer Reise zurück und findet sein Haus abgebrannt. Ein christlicher Kreuzritter hat seiner Tochter Recha das Leben gerettet. Er selbst hat sein Leben einer Begnadigung durch Sultan Saladin zu verdanken. Dieser fragt Nathan nach der »wahren Religion«. Nathan, der zu Recht als weise bezeichnet wird, erzählt eine Parabel von einem Ring, in der Mitmenschlichkeit eine entscheidende Rolle spielt. Im Verlauf der Handlung werden verblüffende verwandtschaftliche Verhältnisse geklärt, die letztlich zu der klaren Erkenntnis führen: Religion spielt keine Rolle, allein die Menschlichkeit, der Respekt und die Toleranz vor dem Gegenüber.

Entspannung beim Gitarrenspiel des Derwischs (Ilya Sadykov).


Die Darsteller:
Nathan: Joachim Henschke
Sultan Saladin: Manuel Lopez
Daja: Ramona Schmid
Junger Tempelherr: Alexander Ruttig
Klosterbruder: Werner Wulz
Recha: Franziska Lißmeier
Sittah: Jasmin Alshaibani
Suleika: Kumari Helbling
Derwisch: Ilya Sadykov
Patriarch: Konrad Adams

Klosterbruder (Werner Wulz) im Gespräch mit dem jungen Tempelherrn.

Donnerstag, 14. Juni 2018

900ste Besucherin im Skulpturengarten von Karin und Wolfgang Günther in Eschau-Sommerau

Der 900sten Besucherin im Skulpturengarten, Annermarie Antl vom Literaturkreis Hanau, überreicht Karin Günther (links) ein Willkommensgeschenk. Foto: Ruth Weitz 

Es war bereits das zweite Mal, dass ich am 13. Juni mit meiner Tochter nach Eschau-Sommerau fuhr, um an einer Führung durch den Skulpturengarten von Karin und Wolfgang Günther teilzunehmen. Dem Termin hatte ich schon lange zugesagt. Eigentlich war er für eine Main-Echo-Reportage vorgesehen, denn die 900ste Besucherin sollte begrüßt werden. Doch ein anderer freier Mitarbeiter hatte zuvor für einer öffentlichen Führung einen Auftrag erhalten (wie es dazu kam, weiß ich nicht 😒) Er hat lediglich über die Kunstobjekte geschrieben, nicht aber über die spannenden historischen Hintergründe des ehemaligen Palais, in dem die Günthers wohnen und an dem sich ihr parkähnlicher Garten befindet. Ich, beziehungsweise die Familie Günther, mussten den Kürzeren ziehen. Ein Bericht im Main-Echo über die 900ste Besucherin wird nicht erscheinen - Schwamm drüber! Da ich aber halte, was ich verspreche, bin ich trotzdem hingefahren, auf eigene Kosten und ohne Erwartung eines Honorars. Außerdem wurde ich anders entlohnt: mit einem spannenden Vormittag, einer Begegnung mit netten Menschen, farbenfroher Kunst und interessanten Geschichten.

Hier lässt es sich prima sitzen, umringt von farbenfrohen Skulpturen. Foto: Ruth Weitz


Jubiläum im Skulpturengarten:
Annemarie Antl ist die 900ste Teilnehmerin bei den Führungen

Es war kühl und bewölkt an diesem Dienstagvormittag, als die 35 Teilnehmer des Literaturkreises Hanau an der Elsvastraße 122 ankamen, dort, wo sich das ehemalige Adelspalais der Freiherren von Fechenbach befindet. Das erwies sich nicht unbedingt als Nachteil, denn die Gäste hatten sich dem Wetter kleidungsmäßig angepasst. Es gab auch keinen Regen, so dass die Führung durch den Skulpturengarten rundum vergnüglich war. Die Leiterin des Kulturkreises, Gerlinde Seelmann, war bereits im vergangenen Jahr in Sommerau gewesen, um an einer Führung teilzunehmen. Ihre Begeisterung hat sie weitergegeben und die Gruppe so neugierig gemacht, dass 35 Personen einer Fahrt nach Sommerau zusagten. Eine davon war Annemarie Antl. Sie war die 900ste Besucherin, die an der Führung im Skulpturengarten teilnahm.




Ein kurzes Video gibt einen kleinen Eindruck von den Führungen durch den Skulpturengarten.


Das Adelspalais in Sommerau

Karin und Wolfgang Günther leben seit 1987 in einem 500 Jahre alten Adelspalais der Fechenbacher, heute Elsavastraße 122. Es ist das Elternhaus von Wolfgang Günther. Sein Urgroßvater Richard Wehsarg hatte es 1897 dem Freiherrn Elmar von Haxthausen abgekauft und betrieb dort seine Praxis als Landarzt bis ins hohe Alter. Er wurde als »reitender Doktor« bekannt, weil er seine Patienten hoch zu Ross besuchte. Wehsarg starb 84-jährig im September 1946. Gegenüber des Adelspalais' befindet sich das Sommerauer Schloss. Der kleine Park, der sich an das heutige Wohngebäude anschließt, ist inzwischen von den zahlreichen Kunstwerken Karin Günthers bevölkert und mittlerweile ein Skulpturengarten, in dem sich Kunst, Natur und Heimatgeschichte begegnen.

Mein Bericht über eine öffentliche Führung im vergangenen Jahr:
Kunst und Heimatgeschichte in Eschau: Ehemaliges Fechenbachsches Palais mit Skulpturengarten