Samstag, 16. März 2019

MS: Leben mit Multipler Sklerose - Kunst und Kultur

Benefiz für die Multiple Sklerose Selbsthilfegruppe aktiv Obernburg-Miltenberg in der Kleinwallstadter Zehntscheune mit (von links) Maria Holzheid, Leiterin der MS, Selbsthilfegruppe und mir als Organisatorinnen und Katharina und Annamaria Gielen (Duo PelenTan), die den musikalischen Rahmen bestritten.
Foto: Miriam Weitz

Seitdem ich die Multiple-Sklerose-Selbsthilfegruppe mit Öffentlichkeitsarbeit unterstütze und gemeinsam mit der Leiterin Maria Holzheid zum Weltfrauentag am 8. März eine sehr erfolgreiche Benefizveranstaltung organisiert habe, beschäftige ich mich intensiver mit der Erkrankung, die auch »Krankheit mit den tausend Gesichtern« genannt wird.
Susanne Kempf aus Weiden, die ich bei einer Vernissage in Obernburg kennen gelernt hatte, zeigt mit ihrem Engagement, dass sie ihr Leben mit MS meistert. Sie malt selbst und organisiert Ausstellungen mit Kunst von an MS Erkrankten. Hier ein Überblick über eine Schau, die demnächst in Weiden stattfindet.


Thema: „Denken – Fühlen - Malen“ – Künstlerinnen mit MS gehen neue künstlerische Wege– Schirmherren erneut Christian und Lars Engel – Ausstellungseröffnung am 31. März im Alten Schulhaus in Weiden


Was verbindet Wellpappe mit Kunst? Sie vereinen sich in der 12. neuen Ausstellung „Denken – Fühlen – Malen“. Schirmherr Christian Engel (BHS Corrugated) lud die an Multipler Sklerose erkrankten Künstlerinnen bei der Ausstellung im vergangenen Jahr ein, Wellpappe in ihre Kunst einzubeziehen. Die Ausstellung wird eröffnet am Sonntag, 31. März um 11 Uhr, im Alten Schulhaus in Weiden, endet hier am 30. April.  Demnächst, im Mai, ist die Ausstellung dann in Elsenfeld zu sehen, die mit einer Matinee am Sonntag, 19. Mai, um 11:30 Uhr im Bürgerzentrum startet.
Hier eine kleine Auswahl der Kunstwerke






Das Angebot von Christian Engel, Wellpappe in unterschiedlichsten Ausformungen für die Kunstwerke zur Verfügung zu stellen, stieß bei den Künstlerinnen auf reges Interesse. Jetzt werden neben zahlreichen Bildern in unterschiedlichen Techniken auch Kunstwerke aus dem für die Künstlergruppe ungewohnten Material im Alten Schulhaus in Weiden gezeigt. Nach einem Aufruf in mehreren Zeitungen im vergangenen Herbst meldeten sich zahlreiche neue Künstler mit MS bei Organisatorin Susanne Kempf, wollten an der neuen Ausstellung teilnehmen. Jetzt zeigen 16 Künstlerinnen mit MS vom 31. März bis 30. April Bilder und einige Skulpturen nicht nur aus Wellpappe. Nach der ersten Station der diesjährigen Bilderreise in Weiden geht es Anfang Mai nach Elsenfeld im Spessart, hier werden die Werke im Rahmen der „Elsenfelder Kulturwoche“ gezeigt. Im Juni werden die Bilder in der Freiheitshalle in Hof gezeigt, ihren Abschluss findet die diesjährige Reihe im Oktober bei der BHS Corrugated in Weiherhammer.

Weit mehr als 600 Bilder von über 300 Künstlern wurden seit 2008 an 40 Orten in Deutschland und der Schweiz präsentiert, jetzt geht es in die neue Runde. Schirmherren waren in den vergangenen Jahren die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer, der frühere Regierende Bürgermeister Berlins Klaus Wowereit, der heutige bayerische Finanzminister Albert Füracker und Kabarettist Urban Priol. Seit 2018 füllen dieses Ehrenamt Christian und Lars Engel aus, Inhaber und Geschäftsführer der BHS Corrugated, dem Weltmarktführer für die Produktion von Maschinen und Anlagen zur Herstellung von Wellpappe.

Neben den vielen Bildern und Skulpturen zeigt auch in diesem Jahr das Weidener Porzellanunternehmen SELTMANN speziell entwickeltes Porzellan für Menschen mit körperlichen Einschränkungen aus den aktuellen Kollektionen.

In diesem Jahr zeigen ihre Werke Anja Charafeldin, Fuchstal (Bayern), Valeria Collins, Würzburg, Andrea Hake, Bochum (NRW), Elke Ittner, Niedernberg (Unterfranken), Susanne Kempf, Weiden, Ulrike Lautenschlager, Pirk, Amelia Lee (Frankfurt und USA), Jutta Lindner, Großwallstadt (Unterfranken), Brigitte List, Waldershof (Oberfranken), Anna Lohneisen, Hof, Ruth Malina (Berlin), Susanne Montag, Bamberg, Bettina Reger, Tirschenreuth, Gabriele Scharfenberger, Eisenach (Thüringen), Jana Schulz, Molauer Land (Sachsen-Anhalt), Stefanie Woch, Wolfsburg (Niedersachsen) und als Gast in Elsenfeld Andrea Klein aus Erlenbach (Unterfranken). Nicht alle Interessierten, die sich gemeldet hatten, können 2019 teilnehmen, sie füllen eine Warteliste, werden 2020 dabei sein, wenn es nach Weiden, Bamberg, Rudolstadt gehen wird. Dann wird erstmals auch ein Teilnehmer aus Großbritannien dabei sein, den der Brexit nicht davon abhält, seine Bilder nach Deutschland zu bringen. Und damit reiht sich der Brite ein in die Gruppe, in der bereits Künstler mit MS aus der Schweiz, Österreich, der Türkei, Russland, Frankreich, Italien und den USA vertreten waren.
Der Text und die Fotos der Kunstwerke wurden mir von Susanne Kempf zur Verfügung gestellt.

Mittwoch, 30. Januar 2019

Powerfrauen überall

Zum Frauentag am 8. März, 19.00 Uhr in der Zehntscheune Kleinwallstadt: Drei Autorinnen lesen: Xenia Hügel, Silke Kasamas und Ruth Weitz. Katharina und Annamaria Gielen (Duo PelenTan) machen Musik. Frauenpower x 5. 
Das Wahlrecht für Frauen hat in diesem Jahr 100. Geburtstag. Genau am 19. Januar 1919 durften Frauen in Deutschland erstmals wählen. Heute ist es eine Selbstverständlichkeit, dass es weibliche Abgeordnete in den Parlamenten gibt, Gemeinde- und Stadträtinnen in der Ortspolitik mitbestimmen,
Bürgermeisterinnen in den Rathäusern das Sagen haben. Leider sind es immer noch nicht genug.

Anlässlich des internationalen Frauentags am 8. März (in Berlin seit diesem Jahr ein offizieller Feiertag) gilt es, auf die Fähigkeiten von Frauen aufmerksam zu machen und für ihre Rechte einzutreten. Es soll aber nicht mit lila Latzhose und mit Hetzparolen gegen Männer geschehen. Das haben wir Frauen gar nicht nötig, denn wir spielen unsere Trümpfe aus. Zusammen mit Maria Holzheid von der Selbsthilfegruppe MS aktiv Obernburg-Miltenberg habe ich mit zwei Autorenkolleginnen und dem wunderbaren Musikduo PelenTan (Annamaria und Katharina Gielen) einen Benefizabend organisiert, zu dem selbstverständlich auch Männer eingeladen sind.
Hier der Ausgehtipp von Main TV

Susa Stegmann, die Frau mit Gänsehautstimme!

Für die TopShop Sonderthemen habe ich für die nächsten beiden Ausgaben (7. Februar 2019 und 21. Februar 2019) zwei Powerfrauen interviewt: Susanne Stegmann, die Gänsehautstimme, neben Uschi Thiel zweite Hälfte des Kabarettduos Küchengeplänkel aus Obernburg und Nilüfer Aktürk aus Klingenberg, Vorsitzende des Vereins Frauen für Frauen und Projektleiterin von Motherschools im Landkreis Miltenberg. Das waren spannende und lehrreiche Momente. Die Geschichten beider Frauen verdeutlichen, was wir vom vermeintlich schwachen Geschlecht alles zustande bringen.

Nilüfer Aktürk, die Powerfrau vom Verein Frauen für Frauen.

Demnächst informiere ich euch, liebe Leser*innen meines Blogs, was ich noch mehr an und über Frauenpower beizutragen habe! Ich bin ja ein Teil davon 😉

Freitag, 21. Dezember 2018

Gedanken zum Sinn von Weihnachten

Schnee an Weihnachten in Obernburg - schon lange her! 
Foto: Ruth Weitz

»Nichts ist schwerer zu ertragen, als eine Reihe von guten Tagen«, das sagte bereits Geheimrat Goethe, wahrscheinlich sogar auf hessisch. Zu dessen Lebzeiten war es wohl nicht ganz so üppig mit opulenten Weihnachtsmenüs und Vorweihnachtsstress wie im 21. Jahrhundert. Der berühmte deutsche Dichter und Denker lag mit seinem oft zitierten Spruch damals nicht daneben und heute schon gar nicht. Es ist in der Tat manchmal nur schwer zu ertragen, dass Weihnachten vordergründig aus Geschenken und Völlerei besteht. Silvester und Neujahr geht es dann gerade so weiter!

Nicht auf Kosten der Armen in der Welt in Saus und Braus leben


Mir persönlich wäre es wichtig, dass auch an die Menschen gedacht wird, die sich diesen Luxus nicht leisten können, an solche, die mit Kriegswirren, Hunger und Gewalt gequält werden. Die Fluchtbewegung spricht eine klare Sprache. Immer weiter, immer schneller, immer höher in den Industrieländern auf Kosten der Armen in der Welt, das kann nicht so weitergehen. Es gibt nur eine Welt, in der wir leben können. In der alle leben können.
Viele kleine Leute in vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.
Ein Sprichwort aus Afrika, das den Nagel auf den Kopf trifft! Fangen wir an damit und üben wenigstens ein bisschen Verzicht, weniger pompöse Geschenke und üppige Menüs, stattdessen eine Spende für einen guten Zweck, weniger Fahrten mit dem Auto, besser einmal ein paar Schritte laufen und die Fahrten effizient planen, um die Umwelt zu schonen. »Weihnachten light« mit Sinn fürs Wesentliche, das wünsche ich mir und allen, die diesen Beitrag lesen und natürlich ein schönes Christfest und alles Gute fürs Jahr 2019!

Ein friedvolles Weihnachtsfest und ein gutes Jahr 2019


Und hier ein paar Anregungen, die ich in Artikeln zusammengefasst habe.

Weihnachten mal anders feiern 
Weihnachtsgeschenke ohne Geld - 13 Tipps für coole Geschenkideen zu Weihnachten

Donnerstag, 1. November 2018

Aufregende Herbsttage

»Engel«, eine Skulptur von Christopher Betzwieser.

Die letzten Oktobertage hatten es in sich. Nun ist Allerheiligen, der 1. November und in Bayern ein Feiertag. Für mich eine Gelegenheit, um in aller Gelassenheit diesen Beitrag zu posten. Gestern hatte ich einen sehr entspannten und in der Tat schönen Abend im und am alten Gefängnis in Klingenberg (am Main). Dort hatten Jessica Hösch, Christopher Betzwieser und ihr Team eine ganz besondere Halloween-Veranstaltung mit Kunst und Kulinarik angeboten. 's Kind Miriam und eine ganz liebe  Freundin, Pavlina, waren auch mit dabei. Nicht nur die Malereien von Jessica und Christopher, auch dessen Skulpturen im alten Gefängnis haben uns beeindruckt, sondern auch die Fotografien von Ivan Murzin und einer Projektgruppe der Maria-Ward-Schule.
Das Ambiente der Ausstellungsräume im alten Gefängnis ist wirklich fantastisch und eignet sich prima für die Präsentation von Kunstwerken.
Wir trafen Renate Binsack, zweite Vorsitzende des Vereins Clingenburg-Festspiele und ihren Mann. Beide waren hingerissen von der schönen Dekoration, der Illumination mit Kerzenlicht und Fackeln. Wir haben uns sehr angeregt unterhalten. Bürgermeister Ralf Reichwein kam dazu und mischte mit. Es wurde viel gelacht! Glühwein, heißer Apfelwein, Gulaschsuppe, frisch gebackenes Landbrot und mehr mundeten hervorragend. Nachfolgend einige Impressionen, wobei ich feststellen muss, dass die Aufnahmen mit dem iPhone besser gelungen sind als die mit der Spiegelreflexkamera:


















Die Clingenburg-Festspiele 2019


Bereits in der Pressekonferenz am Dienstag zu den Stücken und Veranstaltungen der Clingenburg-Festspiele hatte der neue Intendant Wolfgang Hofmann angekündigt, das ganze Jahr über Events zu veranstalten und mit Anbietern in der Region zu verknüpfen. Eine Kooperation mit dem Verein Kunstraum Churfranken bietet sich hier hervorragend an. Ich bin sehr gespannt, was sich daraus entwickelt. Übrigens hat der Vorverkauf zu den Stücken in der kommenden Saison bereits begonnen. Mehr dazu auf der Homepage der Clingenburg-Festspiele

Die Macher der Clingenburg-Festspiele von links: Bürgermeister Ralf Reichwein, Intendant Wolfgang Hofmann, Vereinsvorsitzender Rainer Markens, zweite Vorsitzende Renate Binsack.

Hier der Link zum Video von Main-TV

Mittwoch, 17. Oktober 2018

Warum feiern wir Halloween - woher stammt der Brauch?

Der Halloween-Brauch stammt ursprünglich aus Irland und kam über Auswanderer in die USA und wurde dort kommerzialisiert.
Foto: pixabay.com
 
Über mein Netzwerk erreichte mich nachfolgender Beitrag zum Thema Halloween von der meisterplan-PR-Agentur, den ich hier gerne auf meinem Rasenden-Reporterinnen-Blog veröffentliche, denn er enthält interessante Hintergrundinformationen.


Erntedank heißt der Brauch in Deutschland, bei dem die Menschen sich im Herbst für die eingebrachte Ernte bedanken. Halloween ist das ursprünglich irische Pendant dazu. Durch irische Auswanderer landete der Brauch in den USA. Im Laufe der 1990er-Jahre schwappte er in kommerzialisierter Form nach Europa zurück.

Die ersten Erntedankfeste sind aus dem dritten Jahrhundert nach Christus überliefert. Seit 1972 wird das Fest immer am ersten Oktobersonntag in den katholischen Kirchen gefeiert. Doch bereits die Griechen und Römer huldigten der Ernte im Herbst und feierten dazu ein Fest. Bei den Kelten hieß dieser Brauch vor Jahrhunderten „Samhain“ und wurde am ersten November (Allerheiligen, engl. All Hallows) gefeiert. Daraus entwickelte sich angeblich der Name Halloween.

»Was genau es mit Halloween auf sich hat, ist im Herbst eines der interkulturellen Themen in unseren Sprachkursen«, berichtet die aus den USA stammende Englischtrainerin Sara Conway vom inlingua Sprachcenter in Stuttgart. Die Teilnehmer fragen, warum an Halloween Kürbislichter aufgestellt werden und die Kinder gruselig verkleidet an den Haustüren klingeln, um ihren Spruch »Süßes oder Saures« aufzusagen. Conway berichtet dann von dem Brauch in Irland und wie er sich in die USA und nach Europa verbreitet hat.

An Oíche Shamna (engl. Samhain Eve, All Hallows Evening), dem Vorabend von Samhain, bedankten sich die Menschen mit großen Feuern für die Ernte, verabschiedeten den Sommer und gedachten der Seelen ihrer Verstorbenen. Die Kelten waren der festen Überzeugung, dass die Seelen in der Nacht zum ersten November leibhaftig auf die Erde kamen, um sie zu besuchen. Die Dorfgemeinschaft warf Viehknochen in das Feuer, das ein Druide segnete. Aus diesem Feuer entzündete jede Familie im Dorf ein neues Feuer für ihr Haus. Mit Lichtern und Leckereien (Süßes) hieß man die Seelen willkommen. Einige Kelten dachten, die Geister kämen, um sich einen neuen Körper zu suchen oder an den Lebenden zu rächen. Sie verkleideten sich deshalb in totenähnlichen, abschreckenden Gewändern, um die bösen Geister zu vertreiben. Durch Millionen irischer Auswanderer im 19. Jahrhundert wurde dieser Brauch über den Ozean bis nach Amerika getragen und dort weiterhin gefeiert. Es entstand der Spruch »Trick or Treat« («Süßes, sonst gibt's Saures«), der überliefert bedeutet: Wenn man nichts Köstliches oder Süßes (treat) gibt, wenn die Kinder an die Tür klopfen, dann spielen sie einem einen Streich (trick).

»Eng verbunden mit dem Halloweenbrauch ist die keltische Sage vom bösen Hufschmied Jack«, so Conway. Jack gelang es durch eine List, den Teufel einzufangen. Der Hufschmied ließ den Teufel nur frei, wenn er Jacks Seele nicht holen würde. Als Jack eines Tages starb, verwehrte ihm aufgrund seiner Missetaten der Himmel den Zugang. Auch der Teufel wollte ihn in der Hölle nicht haben, gab ihm aber ein Stück glühende Kohle mit auf den Weg, damit er durch das Dunkel wandern konnte. Jack steckte es in eine Rübe, die er als Proviant dabei hatte, und nutze diese als Laterne. Das Rübenlicht sollte böse Geister fernhalten. Da in Amerika weniger Rüben als Kürbisse vorhanden waren, wurden die leuchtenden Kürbisfratzen populär. Im Laufe der 1990er-Jahre schwappte der Brauch in kommerzialisierter Form nach Europa zurück. Mehrtägige Halloweenfeste mit Kostümen, Dekoartikeln und Süßigkeiten sowie das Umherziehen von Tür zu Tür werden mittlerweile auch in Deutschland zelebriert.