Montag, 16. September 2019

Was im Ehrenamt alles geleistet wird

Stroh zu Gold spinnen: Im Märchen vom Rumpelstilzchen ist es das zentrale Thema.

Am gestrigen, Sonntag, 15. September war Kaiserwetter angesagt. Beste Voraussetzung für zwei Veranstaltungen, die ich besucht habe, den Märchensonntag in Obernburg und das Museumsfest in der Nachbargemeinde Mömlingen. In Obernburg war ich schon vor Beginn des verkaufsoffenen Sonntags, denn ich hatte noch vielfältige Aufgaben zu erledigen. »Selbst und ständig« ist das geflügelte Wort für freiberuflich Tätige. Deshalb muss ich mir auch am Wochenende meine Arbeit gut einteilen. Also: Besuch bei Sylvia Eisert und ihrem Stand von Sylvia's Wollestübchen besuchen und noch einen Abstecher nach Mömlingen zum Museumsfest machen. Zwischendurch Mittagessen kochen und Texte schreiben.

Wer kennt nicht das Märchen von Rumpelstilzchen, wo es unter anderem darum geht, Stroh zu Gold zu spinnen. Am Sonntag, 15. September, waren Marie Böhrer und ihre Nichte Siegrid Moldaschl von der Spinnstube Höpfingen beim Märchensonntag zu Gast und hatten sich eine witzige Dekoration einfallen lassen, in der genau dieses Thema aufgegriffen wurde. Eingeladen worden waren sie von Sylvia Eisert.

Sylvia Eisert und Hermann Rachor, die den Stand von Sylvia's Wollestübchen betreuen. Im Hintergrund die Damen von der Spinnstube Höpfingen.

Sie hatten beide ihre Spinnräder mitgebracht und auch Selbstgestricktes und Gefilztes. Beide Damen kennen sich nämlich nicht nur mit Wollespinnen aus. Marie Böhrer, 81 Jahre alt, hat sich im Heimatverein Höpfingen dafür stark gemacht, einen Strickrekord aufzustellen. Das wird am 29. September während des «Höpfemer Quetschefests« geschehen. Sie hat auch die Organisation dafür übernommen.

Marie Böhrer (rechts) und ihre Nichte Siegrid Moldaschl wecken schon vor dem offiziellen Beginn des Märchensonntags das Interesse einer Besucherin.

Von 15.30 Uhr bis 16.30 Uhr findet der Wettbewerb auf dem Festplatz der Obst- und Festhalle Höpfingen statt. Anmeldeschluss vor Ort ist um 15 Uhr. Bei schlechtem Wetter wird das Geschehen in die nahe gelegenen Halle transferiert.

Wer beim Wettbewerb in Höpfingen nach Vorgaben des Rekord-Instituts Hamburg die meisten Menschen aufbietet, die ununterbrochen 30 Minuten stricken, sind deutsche Rekordmeister*innen. Gefallene Maschen aufzunehmen, ist ein Verstoß gegen die Richtlinien. Auch darf die Arbeit nicht unterbrochen werden. Gestrickt werden darf nicht nur mit Strickstöcken und Rundnadeln, sondern auch mit Strickliesel oder mit Fingern. Mehr Informationen zum Strickrekord ...

Voranmelden können sich Interessierte bei Marie Böhrer, Telefon 06283/8794 oder per E-Mail beim Vorsitzenden des Heimatvereins Höpfingen, Adalbert Hauck: adalberthauck@aol.com.

Museumstag in Mömlingen


Ja und dann am späteren Nachmittag bin ich mit meinem roten Smartie nach Mömlingen gedüst.  Bernhard Ohnesorge, der  zweite Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins hatte mich eingeladen. Seit 1997 wird das Fest alle 2 Jahre im Bürgerhaus veranstaltet, wo sich auch in den beiden Obergeschossen das Heimatmuseum befindet. 

In der Schusterstube des Mömlinger Museums zeigt Schuhmachermeister Georg Lieb, der in Mömlingen nur »Schusterschorsch« genannt wird, einen von ihm besohlten Schuh.

Im Gesellschaftsraum wurden alte Filme gezeigt, die Friedhelm Klug digitalisiert hatte. Im Mittelgeschoss hatte Leon Heinrich zum Tag des Geotops eine interessante Ausstellung zusammengestellt und stand für Erklärungen zur Verfügung. 

Die Helfer des Heimat- und Geschichtsvereins beim Museumsfest hinter der Theke.

Für Speis' und Trank und die Bewirtung sorgten 35 Helfer. Es war alles bestens organisiert. Das Schmuckstück im Mömlinger Museum ist das historische Schulzimmer. In der Schmiede zeigte Ulrich Blaut vor den Augen interessierter Zuschauer , wie beispielsweise ein Meißel gefertigt wird. Hier habe ich einen ausführlichen Artikel mit Bilderserie in Meine-News geschrieben.
Übers Schulmuseum hatte ich schon 2011 einen Beitrag veröffentlicht, der hier gelesen werden kann.

Donnerstag, 25. Juli 2019

Wunderbare Clingenburg-Festspiele 2019

Die tapferen Schneiderlein der Clingenburg-Festspiele 2019 von links: Gewandmeister Thomas Dohm und die Nadelflinken Susanne Stasunik, Sofia Straub und Sandra Thuy Hang Schröder.
Foto: Ruth Weitz

Als rasende Reporterin bin ich in diesem Jahr bei allen Premieren der diesjährigen Clingenburg-Festspiele gewesen und habe darüber berichtet. Am Ende dieses Blog-Posts sind alle Links zu den Veröffentlichungen der Kritiken über die Theaterstücke aufgeführt, die ich geschrieben habe. Es war mir ein Bedürfnis auch hinter die Kulissen zu blicken und zu beschreiben, was die Profis backstage leisten, beispielsweise in der Schneiderstube und auch hinter der Bühne, wenn etwas blitzschnell geflickt oder geändert werden muss.

Die tapferen Schneiderlein der Clingenburg-Festspiele


Die Hintergrundarbeiten bei den Clingenburgfestspielen sind vielfältig. Das Publikum sieht meist nur das, was sich auf der Bühne abspielt. Backstage sind Profis am Werk, damit der Theatergenuss perfekt wird. Die Schneiderei hatte bis zur Premiere von »Shakespeare in Love« auf der Clingenburg alle Hände voll zu tun. Bei der Generalprobe des Stücks am Freitag, 18. Juli, waren die Nadelflinken noch einmal gefordert. Dann endete der Vertrag mit dem Verein Clingenburgfestspiele. Ob sie im nächsten Jahr wieder in der Schneidstube in der Ludwigstraße anrücken und während den Vorstellungen auf der Clingenburg sind, steht noch in den Sternen.
 

Die fleißigen Helfer hinter und vor der Bühne


Die Begeisterung des Publikums bei den Vorstellungen der Clingenburgfestspiele ist groß. Neben der Inszenierung und der Schauspielkunst sind es die vielen Helfer, die dafür sorgen, dass auf der Bühne gutes Licht und astreiner Ton herrschen, die Kostüme passen, bei Bedarf ausgebessert werden, die Maskenbildnerinnen den Schauspielern für ihre Rollen das perfekte Aussehen verleihen. Hinzu kommen die vielen ehrenamtlichen Helfer, die den Ausschank und den Kartenverkauf an der Theaterkasse übernehmen. Fürs Catering während der Vorstellungen ist in diesem Jahr die Miltenberger Metzgerei Bergmann verantwortlich. 

Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge


Gewandmeister Thomas Dohm, der langjährige Theater- und Festspielerfahrung hat, geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Er darf sich nun auf Entspannung freuen, hat aber das kleine Städtchen am Main und das Schneiderteam lieb gewonnen und wird beides laut eigener Aussage »ein bisschen vermissen«. »Eigentlich wollte ich 2019 einmal mit der Festspielarbeit pausieren«, sagte er. Aber dann kam es für den gebürtigen Offenbacher doch ganz anders. Von Kollegen aus Gießen hatte er erfahren, dass Intendant Wolfgang Hofmann ein kompetentes Schneiderteam für die Clingenburgfestspiele sucht. Er hat sich für die Aufgabe erwärmen lassen und bei seiner Kollegin Sandra Thuy Hang Schröder angefragt, ob sie mitmachen würde. Beide hatten schon oft zusammengearbeitet. Dohm wohnt in Bad Ems, seine Kollegin Sandra in Hamburg. Susanne Stasunik und Sofia Straub, beide aus Kleinwallstadt, kamen auf Empfehlung und wurden von Esther Bätschman ausgesucht, die sich bei den Clingenburgfestpielen 2019 fürs Bühnenbild und für die Kostüme verantwortlich zeigt.

Ökonomisches Denken und Kreativität gefordert


Nun sind alle tapferen Schneiderlein wieder zurück in ihren Heimatorten. Tapfer sind die vier aus der Schneiderei deshalb, weil sie oft blitzschnell improvisieren müssen, Kreativität und ökonomisches Denken gleichzeitig gefordert ist. Außerdem müssen sie sieben Tage die Woche da sein, um zeitnah zu den Aufführungen in der Schneiderei zu werkeln. Nicht immer alle gleichzeitig. Im Team wird abgesprochen, wer an Bord sein sollte. In enger Zusammenarbeit mit Esther Bätschmann, die sich wiederum an den Vorgaben der Regisseure und des Intendanten orientiert, werden die Kostüme den Schauspielern sozusagen auf den Leib geschneidert. Bei den Hauptproben stellt sich meist heraus, welche Änderungen noch vorgenommen werden müssen. Bei »Shakespeare in Love« beispielsweise war der weiße Rock, den Laura Bleimund als Viola im letzten Drittel der Aufführung trägt, zu kurz. Da setzte sich Sandra Thuy Hang Schröder noch einmal an die Nähmaschine, um aus dem vorhandenen Stoff einen neuen Rock zu nähen.

 
Sandra Thuy Hang Schröder nimmt die letzten Änderungen vor der Premiere von »Shakespeare in Love« vor.
Foto: Ruth Weitz


Mit einer Träne im virtuellen Knopfloch


Die Vier in der Schneiderstube haben sich prima verstanden und viel miteinander gelacht. »Es gab natürlich hin und wieder Differenzen - und es hat manchmal auch gefetzt«, erzählt Susanne Stasunik. Allerdings hätten sich die Wogen schnell wieder geglättet. Übereinstimmend erklären sie: »Es hat richtig Spaß gemacht!«. Nun sind sie wieder in alle Windrichtungen zerstreut - mit einer kleinen Träne im virtuellen Knopfloch.


Hier zu den Kritiken der Premieren 2019 auf der Clingenburg:

Theaterstück »Tschick« begeistert die Zuschauer

Samstag, 13. Juli 2019

Zweiter Wirtschaftstalk mit Frauen - Ich war dabei!


In den Räumen von Raffaelo Rossi, hier Brigitte Schellenberger im Gespräch mit Nicole M. Pfeffer, fand auch der mittlerweile 2. Wirtschaftstalk mit Frauen statt.

Zum ersten Wirtschaftstalk mit Frauen im April 2019 konnte ich leider nicht kommen. Kurzfristig hatte sich ein beruflicher Termin dazwischen geschoben. Da musste ich Prioritäten setzen. Als Freiberuflerin ohne Angestellte stehe ich oft zwischen den Stühlen. Das heißt, ich muss zwischen beruflichen und privaten Interessen entscheiden.

Die drei Unternehmerinnen, die am 11. Juli 2019 von Nicole M. Pfeffer im Interview vorgestellt wurden, kommen aus ganz unterschiedlichen Bereichen, wobei Christine Berninger aus Haibach vorwiegend regional agiert und das Ideal gefunden hat, private und berufliche Interessen miteinander zu verbinden und dies erfolgreich umsetzt. Ich hatte sie bereits bei einer Veranstaltung des BVMW (Bundesverband mittelständische Wirtschaft) in Eschau kennen gelernt und war damals schon von ihrer frischen, offenen und überzeugenden Art begeistert. Die beiden anderen Unternehmerinnen Nelly Kostadinova und Svetlana Geisler-Reiche zeigten - wie Christine Berninger -, dass mit Mut, Durchhaltevermögen, kreativen Ideen und Freude am Unternehmerinnendasein ein wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Erfolg verbunden ist.

Die erste Gesprächspartnerin Nelly Kostadinova (rechts).

Nelly Kostadinova hat ihre Lebensgeschichte in einem
Buch veröffentlicht.


Die Teilnehmerinnen des 2. Wirtschaftstalks 

1. Nelly Kostadinova - geschäftsführende Gesellschafterin, Lingua-World GmbH mit 19 Standorten auf zwei Kontinenten, Zentrale Köln
2. Christine Berninger – Erfinderin des FITNESSTRUCK und Inhaberin von Berninger Coaching, Haibach
3. Swetlana Geisler-Reiche - CEO und Founder Lensspirit | Eyewear Prime GmbH,
seit 2017 Teil der Familie brille24.de und neuerdings Mitglied des Essilor-Luxottica-Konzerns

Auf die einzelnen Statements möchte ich in meinem Post nicht eingehen. Hierzu empfehle ich einen Beitrag meiner Kollegin Jennifer Lässig in der hiesigen Tageszeitung mit dem Titel »Drei Frauen mit Unternehmergeist« und den jeweiligen Link zu den Online-Präsentationen der Unternehmen.

Die zweite Gesprächspartnerin Christine Berniger aus Haibach.
Auch Christine Berningers Ehemann, der sie unterstützt, wird von Nicole M. Pfeffer befragt.
Der Fitness Truck - eine Erfindung von Berninger Choaching, um mobil agieren zu können.

Die Philosophie von Nicole M. Pfeffer, die positiven Seiten des Unternehmertums darzustellen, wird in dem von ihr entwickelten Format sehr gut umgesetzt. Die von Raffaelo Rossi zur Verfügung gestellte stilvolle Location, das von Annette und Michael Liebe & Team des Wallstadt's Restaurants angebotene Catering, die unterhaltsamen und informativen Interviews trugen zu einem gelungenen Abend bei, der in der Tat ein positives Bild von kreativem Unternehmertum vermittelte.

Die dritte Gesprächspartnerin Swetlana Geisler-Reiche. 

Was mich persönlich beeindruckte, war die übereinstimmende Aussage der drei Frauen über den wertschätzenden Umgang mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sie über die Abläufe im Unternehmen zu informieren und sie einzubeziehen. Der Begriff »Vertrauen« spielt hierbei eine wichtige Rolle.

Ein schmackhaftes Catering servierte das Wallstadt's Restaurant, hier Annette Liebe, die von Nicole M. Pfeffer vorgestellt wird.


Fotos ©Ruth Weitz




Mittwoch, 12. Juni 2019

10 Jahre AWO-Seniorenzentrum in Mömlingen


Jubiläumsfest des AWO-Seniorenzentrums in Mömlingen.

Am Samstag, 8. Juni wurde ich zu einem Sommerfest in einer Betreuungseinrichtung meiner Nachbargemeinde eingeladen. Das AWO-Seniorenzentrum in Mömlingen besteht mittlerweile seit zehn Jahren. Grund genug für die Leitung und das Team, zusammen mit den Bewohnern am Samstag ein Fest zu feiern, ein buntes Programm zu gestalten und Ehrengäste dazu einzuladen. Auch ich war dabei.

Ein harmonisches Miteinander und eine gute Pflege bei den täglichen Herausforderungen ist das Ziel, das sich die kommissarische Heimleitung Heike Müller-Vogel setzt. Sie ist seit Juli 2015 in Mömlingen tätig, war zunächst Pflegedienstleiterin und Stellvertreterin von Heimleiterin Manuela Huber, die vor gut einem Jahr wegen einer Erkrankung die Tätigkeit nicht mehr ausüben konnte. Seit 1. Mai 2018 hat Heike Müller-Vogel nun die Leitung der Einrichtung kommissarisch übernommen. Sie freute sich, dass Manuela Huber der Einladung zum Fest gefolgt war, die Gelegenheit nutzte, sich von den Mitarbeitern und Bewohnern ihre ehemalige Wirkungsstätte zu verabschieden.

Die kommissarische Heimleiterin Heike Vogel-Müller 
bedankt sich bei Manuela Huber

Grußworte sprach auch Bürgermeister Siegfried Scholtka, der unterstrich, dass das AWO-Seniorenzentrum von Mömlingen nicht mehr wegzudenken sei. Es sei eine wertvolle Einrichtung und die zuweilen geäußerte Kritik sei in vielen Fällen unberechtigt. Der Rathauschef wünschte den Pflegekräften und anderen Mitarbeitern die nötige Gelassenheit und viel Freude am Beruf.

Eine wichtige Rolle im sozialen Umfeld


Die Vorsitzende des AWO-Kreisverbands Miltenberg, Ingrid Kaiser, erinnerte an die Entstehungsgeschichte. Im Jahr 2009 sei das Gebäude für 68 Bewohner auf dem Gelände einer ehemaligen Kleiderfabrik errichtet worden. Die Einrichtung spiele eine wichtige Rolle im sozialen Umfeld. Hier existiere spürbare Kompetenz und liebevolle Betreuung.

Gruppenbild mit MdL a. D. Dr. Heinz Kaiser, der AWO-Kreisvorsitzenden Ingrid Kaiser, der kommissarischen Heimleiterin Heike Vogel-Müller, Mömlingens Bürgermeister Siegfried Scholtka und der scheidenden Heimleiterin Manuela Huber.

Familienfreundliche Arbeitszeiten


Zurzeit sind 47 Mitarbeiter in der Mömlinger Seniorenresidenz beschäftigt und drei Auszubildende. Sie betreuen aktuell 42 Bewohner. Im Juli werden weiter zwei Pflegefachkräfte eingestellt. Für Heike Müller-Vogel stellt es einen bedeutenden Faktor dar, dass in der Mömlinger Einrichtung familienfreundliche Arbeitszeiten angeboten werden. Die aus Lohr stammende Leiterin hat selbst 27 Jahre an der Basis gearbeitet und kennt die Situation von Fachkräften, gerade wenn es neben der Arbeit Kinder zu betreuen gilt. Den Fachkräftemangel spürten alle Pflegeeinrichtungen. Sie betonte, dass Ehrenamtliche und Angehörige sich vorbildlich engagierten, um zu einer hohen Lebensqualität der Bewohner beizutragen.

Mit Musik, Kaffee und Kuchen, Gegrilltem und sogar mit einer Vorführung des Circus Carissima erlebten die Bewohner und Gäste ein schönes Fest an einem sonnigen Nachmittag.


Clownerien....

...und Artistik, geboten vom Circus Carissima.


Weitere Infos auf der Internetseite AWO-Seniorenzentrum in Mömlingen

Donnerstag, 23. Mai 2019

Denken - Fühlen - Malen - Ausstellung in der Elsenfelder Gemeindebibliothek

Kuratorin Susanne Kempf (rechts) im Gespräch mit einer Besucherin bei der Vernissage in der Elsenfelder Gemeindebibliothek am 19. Mai 2019

2008 hatte Susanne Kempf aus Weiden - selbst an MS erkrankt - die Idee, gemeinsam mit anderen MS-Erkrankten eigene Kunstwerke zu präsentieren. Seitdem reiste sie mit jährlich stets neuen rund 650 Bildern von rund 300 Künstlern in zahlreiche Orte in ganz Deutschland und auch in die Schweiz. Jetzt sind die Werke in Elsenfeld zu sehen, darunter auch Arbeiten von regionalen Künstlerinnen.

Bei der Vernissage am Sonntag, 19. Mai 2019 begrüßte dritter Bürgermeister Wolfgang Büttner die Gäste und die Kuratorin. Dicht an dicht standen sie zwischen den Bücherregalen und den ausgestellten Kunstwerken. Das Interesse war offensichtlich groß. Mit einem so großen Besucheransturm hatten wohl auch Susanne Kempf und Stadtmarketing-Managerin Nicole Klug nicht gerechnet. Für den musikalischen Rahmen sorgte die Schülerband mit David und Jonathan Lebold sowie Jonathan Moder.

Die Werke zeigen ein breites Spektrum künstlerischen Schaffens, Bilder mit unterschiedlichen Aussagen, in verschiedenen Techniken entstanden, abstrakt und gegenständlich umgesetzt. Beeindruckend sind die Skulpturen aus Wellpappe. Dem Auge wird viel geboten in dieser Ausstellung, die bis 29. Mai zu sehen ist.

Die Öffnungszeiten: 
Dienstag von 14 bis 19 Uhr
Mittwoch von 14 bis 18 Uhr
Donnerstag von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 19 Uhr
Freitag von 14 bis 19 Uhr

Das Musiktrio mit David und Jonas Lebold sowie Jonathan Moder umrahmt die Ausstellung musikalisch.

Da es sich um eine Wanderausstellung handelt, ist der nächste Termin bereits anberaumt: Am 1. bis 29. Juni ist sie in der Freiheitshalle Hof zu sehen und ab 20. Oktober in der BHS Corrugated in Weiherhammer.

Begrüßung zwischen Bildern: Bürgermeister-Stellvertreter Wolfgang Büttner.

Es gibt noch mehr Hintergrundinformationen zu der Ausstellung »Denken - Fühlen - Malen«, die ich in einem früheren Post veröffentlicht habe. Meine enge Verbindung mit der MS-Selbsthilfegruppe »aktiv« im Landkreis Miltenberg führt mir immer wieder vor Augen, dass ein Leben mit Multipler Sklerose durchaus freudvoll gestaltet werden kann, zumal die Medizin in den letzten Jahren viele Fortschritte in der Therapie gemacht hat und unermüdlich geforscht wird, um der Krankheit erfolgreich entgegen zu treten.

Susanne Kempf hat es in ihrem Informationsblatt so formuliert:
»Die Teilnahme an Ausstellungen gibt MS-Patienten ein wichtiges Selbstwertgefühl, das Bewusstsein, etwas schaffen zu können. Trotz einer schweren Erkrankung. Und sie bestätigt die Hoffnung von einer breiten Öffentlichkeit wahr genommen zu werden. Das Selbstwertgefühl gibt Mut, spornt an, verhilft zu neuem Schwung, neuer Energie, gibt den Patienten Lebensfreude. Andere Patienten oder auch Menschen mit anderen Erkrankungen erleben, dass man etwas leisten kann - auch wenn man an einer schweren Erkrankung leidet.«

Zum Beitrag MS: Leben mit multipler Sklerose - Kunst und Kultur

Alle Fotos sowie der Text unterliegen dem Urheberrecht ©Ruth Weitz