Donnerstag, 12. März 2015

Momo - Michael Endes Roman hat an Aktualität nichts eingebüßt - klasse Theateraufführung in Obernburg

Die grauen Herren sehen ihre Vorherrschaft in Gefahr und sind hinter Momo (Jason Jung, links) her.
Die Theatergruppe der Main-Limes-Realschule hat am Dienstag und gestern Abend eine auf Ort und Zeit zugeschnittene Theateraufführung gezeigt, die sich an dem Inhalt des Buches "Momo" von Michael Ende orientiert. Um es vorweg zu sagen: Es war eine klasse Leistung aller Beteiligten, die auf die Bühne in der Turnhalle gebracht wurde. Bühnenbild, Technik, Darstellung, Drehbuch, Musik, Regie - eine durchweg runde Sache.

Momo (zweiter von links) und seine Freunde.



"Momo ist zeitlos" sagte Schulleiterin Lieselotte Siegel, als sie bei der Premiere die Gäste begrüßte. Sie hatte recht. Was Michael Ende vor mehr als 40 Jahren in seinen Jugendroman gepackt hat, hat sogar noch an Brisanz gewonnen. "Just in time":alles muss schnell und effizient ablaufen, die Freude am Leben und das, was unter den Begriffen Empathie und Kreativität zusammengefasst wird , bleibt auf der Strecke.

Keiner hat mehr Zeit, im Rathaus, ja selbst in der Bäckerei herrscht Aktionismus, der keinen Raum mehr für Gespräche lässt. 
Nadja Görl, Leiterin der Theatergruppe, hatte das Drehbuch auf die Gegenwart zugeschnitten und die Schüler und Schülerinnen aller Altersstufe von der fünften bis zur zehnten Klasse gut auf den Auftritt vorbereitet. Mit großer Spielfreude agierten sie auf der Bühne und heimsten sich für besonders gelungene Szenen oder Liedbeiträge kräftigen Zwischenapplaus ein. Ein tolles Bühnenbild und die Mischung aus leiser und fetziger Musik, teils gesungen, teils instrumental präsentiert, komplettierten einen genussvollen Theaterabend. Das Publikum war begeistert. Schade, dass es nur zwei Aufführungen gab. Gerne mehr davon!


Mehr über MOMO, die Theateraufführung und die guten Geister im Hintergrund

Das Buch Momo stammt aus dem Jahr 1973 und wurde von dem 1995 verstorbenen Jugendschriftsteller Michael Ende verfasst. Das kleine Mädchen Momo (im Theaterstück ist es ein kleiner Junge) kämpft darin gegen eine Übermacht von Zeitdieben, die grauen Herren. Diese Mächte des Bösen rauben den Menschen ihre Lebenszeit und damit die Freude am Leben. Mit persönlichem Mut und der Hilfe guter Mächte gelingt es Momo die grauen Herren zu vernichten. Die Leitung der Theatergruppe hat Nadja Görl. Die Darsteller sind die Schüler, Bianca Becker (Grauer Herr und Erzählerin) Jason Jung (MoMo), Kimberley Machemer (Beppo), Franziska Hartlaub (Gigi), Franziska Rachor (Meister Hora), Silke Wagner (Chef der Grauen Herren), Melissa Steffen (Grauer Herr und Bürgermeisterin), Tijana Kurcubic (Grauer Herr und Steffi Morgenstern), Celine Schnatz (Grauer Herr), Blerona Mulaki (Grauer Herr und MoMos Freundin), Aysu Özalp (Grauer Herr und MoMos Freundin), Berfin Cakmak (Grauer Herr und MoMos Freundin), Jelena Subtil (Grauer Herr und Bäcker), Lea Breckner (Grauer Herr und MoMos Freundin), Lara Rudolph (Mutter Morgenstern und Maurer), David Fengler (Vater Morgenstern). Alle Darsteller singen auch im Chor mit.

Die Musiker unter Leitung von Anja Metzler: Elisabeth Luber (Cello), David Fengler (Gesang und Gitarre), Lara Rudolph (Gesang), Anja Metzler (Piano), Nadja Görl (Cajon). An der Technik: Felix Wohlmann, Niklas Weis, Ernesto Taylan, Jan Polakowski, Markus Breier, Mauricio Wöber, Edgard Waimert

Im Aufbauteam engagieren sich die Schüler der Klasse 10 A. Bühnenbild: Walter Laslo, Nadja Gör und die Schüler Luis Reising und Manuel Ball. Regieteam Nadja Görl, Anja Metzler, Frank Rösel, Katja Tillack, Dagmar Steiniger, Johannes Hennrich und Reiner Hanten.