Donnerstag, 11. Oktober 2018

Zum Welthospiztag am 13. Oktober - Ökumenischer Hospizverein im Landkreis Miltenberg leistet wertvolle Arbeit

Beim ökumenischen Hospizverein des Landkreises Miltenberg sind Claudia Schüßler-Volz und die beiden Koordinatorinnen Stefanie Basch und Margarete Hohm (von rechts) ein eingespieltes Team.
Foto: Ruth Weitz

Am Samstag, 13. Oktober 2018. ist Welthospiztag. Ein Anlass, um einmal inne zu halten und an die Menschen zu denken, die schwerkranke bis zum letzten Tag begleiten und sich dafür einsetzen, höchst mögliche Lebensqualität zu ermöglichen. »Mir geht’s gut, ich sterbe«, so lautet ein Buchtitel. Vom Team des ökumenischen Hospizvereins im Kreis Miltenberg mit Sitz in Obernburg wird diese Lektüre empfohlen. Wer meint, der Titel sei makaber, wird bei längerem Nachdenken und im Gespräch mit den Sterbebegleitern des Vereins die Erkenntnis gewinnen, dass Sterben zum Leben gehört und auch auf dem letzten Weg höchstmögliche Lebensqualität erreichbar ist, wenn rechtzeitig Vorsorge getroffen wird. »Zuhören, beraten, annehmen, begleiten«, das ist die Leitlinie des ökumenischen Hospizvereins.

Rat und Hilfe für Betroffene und ihre Angehörige


Claudia Schüßler-Volz, zweite Vorsitzende des landkreisweit tätigen Vereins leitet ihn im Ehrenamt mit einem fünfköpfigen Vorstandsteam. Sie ist darauf bedacht, dass den Betroffenen Rat und Hilfe geboten wird und zwar kompetent und professionell. Eine Vakanz besteht ihrer Aussage nach durch das Ausscheiden des ersten Vorsitzenden vor einem halben Jahr nicht. Eine Neuwahl sei nicht nötig gewesen, denn in der Satzung des Vereins sei die Regelung klar beschrieben. »Wir arbeiten satzungsgemäß, denn beide Vorsitzenden sind unabhängig voneinander vertretungsbefugt.«
Die beiden hauptamtlich tätigen Koordinatorinnen Stefanie Basch und Margarete Hohm sind sehr froh, dass sich immer wieder Menschen bereit erklären, Sterbende und ihre Angehörigen zu begleiten sowie zusätzlich Trauerarbeit zu leisten. Fünf Hospizbegleiter haben sich zu Trauerbegleitern ausbilden lassen.
Es ist kein Sprung ins kalte Wasser, wie die drei im Gespräch mit mir erklären. Als Rüstzeug bekommen neue Hospizbegleiter eine fundierte Ausbildung geboten, die von Fachleuten geleitet wird. Sie werden im Lauf ihrer ehrenamtlichen Arbeit kontinuierlich fortgebildet und erhalten auch regelmäßige Supervisionen in Obernburg und Miltenberg. »Das ist eine wichtige Stütze für die Arbeit. Die Schicksale lassen keinen kalt«, erklärt Claudia Schüßler-Volz. Sie ist seit fünf Jahren im Verein, hat sich als Hospizbegleiterin qualifizieren lassen und weiß, was Sterbebegleitung bedeutet.

Koordinatorinnen als Ansprechpartner - Vereinsvorstand arbeitet im Hintergrund


Die beiden Koordinatorinnen stehen quasi Tag und Nacht als Ansprechpartnerinnen zur Verfügung. Stefanie Basch ist seit 2011 in dieser Funktion tätig, zunächst in der Geschäftsstelle in Kleinwallstadt, die sich im Areal der Roheschen Stiftung befand. Drei Jahre später wurde sie dann von Margarete Hohm unterstützt. Den Umzug nach Obernburg in das ehemalige Postgebäude bezeichnen beide als Gewinn. »Wir sind mitten in der Stadt und deutlich sichtbarer als in Kleinwallstadt«, sagt Stefanie Basch. »Es kommen zu den Öffnungszeiten am Mittwochnachmittag Passanten zu uns, weil sie das Hinweisschild gelesen haben. Spontan, um sich informieren zu lassen«, erzählt Margarete Hohm.
Claudia Schüßler-Volz unterstreicht: »Im Vorstand arbeiten wir im Hintergrund, in erster Linie, um die Koordination zu unterstützen«. Ein gutes Miteinander sei allen Beteiligten wichtig. »Das haben wir auch«, bestätigten Stefanie Basch und Margarete Hohm. Neben den Beratungs- und Informationsangeboten zum Thema Hospiz bietet der Verein Trauerbegleitung für die Angehörigen an. Auch die Trauerbegleiter erhalten eine fundierte Ausbildung. An jedem dritten Samstag im Monat findet im Seminarraum des Vereins in der ehemaligen Post ein Trauercafé statt. »Es ist ein geschützter Raum, in dem sich Angehörige austauschen können und die Möglichkeit haben, ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen«, so die Vereinsvorsitzende.
Für Betroffene und deren Angehörige geben die drei vom Hospizverein den Rat, frühzeitig zu planen, wenn die ärztliche Diagnose auf ein absehbares Lebensende hinweist. »Nur so können in Ruhe gut überlegte Entscheidungen getroffen werden«, sagt Margarete Hohm. Nicht die Verlängerung des Lebens sei das Ziel, sondern trotz unheilbarer Erkrankung nach individuellen Bedürfnissen möglichst in der häuslichen Umgebung eine hohe Lebensqualität bis zum Schluss und ein würdiges Sterben zu bieten. Durch die gute Vernetzung des Vereins mit der Palliativversorgung, stationären Hospizeinrichtungen, mit Ärzten, Therapeuten, Seelsorgern und öffentlichen Stellen wird dies möglich gemacht.

Kontakt und Info:


Weitere Informationen unter Telefon 06022/7093084, Mobiltelefon: 0176/3451260, E-Mail: info@hospizverein-miltenberg.de und im Internet unter www.hospizverein-miltenberg.de.

Ökumenischer Hospizverein im Kreis Miltenberg kurz zusammengefasst


 Gegründet wurde der ökumenische Hospizverein im Jahr 1995. In der heutigen Form besteht er seit 2005. Hospiz- und Trauerbegleitung, Aufklärung über Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung stehen neben Informationsveranstaltungen im Mittelpunkt. Jährlich im Frühjahr finden Mitgliederversammlungen statt, gewählt wird der Vorstand alle drei Jahre. Er ist aktuell besetzt mit der zweiten Vorsitzenden Claudia Schüßler- Volz (Obernburg), Schatzmeisterin Tanja Schäfer (Erlenbach), Schriftführerin Carmen Roloff (Elsenfeld-Rück) den Beisitzern Peter Flohr (Obernburg), Erika Kuhn und Petra Berberich (beide Schneeberg). Zurzeit gibt es 65 Hospizbegleiter, die im Landkreis Miltenberg tätig sind - nicht alle zu allen Zeiten. Nach einer gewissen Zeitspanne legen sie bewusst eine Pause ein, um die meist tief berührenden Erfahrungen verarbeiten zu können. Zum Welthospiztag am Samstag, 13. Oktober findet ab 16 Uhr eine Sonderveranstaltung in Kooperation mit dem Kino Passage in Erlenbach statt. Gezeigt wird der Film Kirschblüten-Hanami. Im Anschluss stehen Mitarbeiter des ökumenischen Hospizvereins und des Malteser Hilfsdienstes für Fragen zur Verfügung.