Montag, 11. November 2013

Symphonie in Blech in der Erlenbacher Frankenhalle begeistert das Publikum

Berührend und qualitativ auf höchstem Niveau musiziert das sinfonischen Blasorchester Untermain unter der Leitung von Michael Köhler.

Nachdem mein Bericht über das Benefizkonzert der Rotarier radikal gekürzt und verändert wurde, veröffentliche ich hier auf meinem Blog die ungekürzte Originalversion.

Gutes tun und gleichzeitig einen schönen Abend verbringen, das gelingt bei den Charity-Konzerten des Rotary-Clubs Obernburg, die unter dem Titel „Symphonie in Blech“ bereits zu einem festen Begriff geworden sind. Beim mittlerweile fünften Konzert dieser Art war die Erlenbacher Frankenhalle  bis in die hinteren Reihen gefüllt, und die Zuschauer zeigten sich doppelt spendierfreudig. Sie geizten nicht mit Applaus für die Darbietungen des sinfonischen Blasorchester Untermain und für die charmante Moderatorin Gitti Götz.  Nach Abschluss des knapp dreistündigen Konzertes war auch die Spendenkasse für die sozialen Projekte der Rotarier gut gefüllt.

Die Vielfalt der Musik und die Qualität der Interpretation des von Michael Köhler dirigierten gut 40-köpfigen Orchesters riss das Publikum zu frenetischen Beifallsstürmen hin. Schon die Einleitung mit dem flotten und zugleich festlichen Venezia-Marsch deutete darauf hin, dass die Zuhörer einen mit musikalischen Leckerbissen angereicherten Abend zu erwarten hatten und spüren durften, wie sehr Musik begeistern kann. Mit Gitti Götz als Moderatorin hatten die Veranstalter einen Glücksgriff getan, nicht etwa, weil sie kühl und distanziert durch den Abend führte, sondern ganz offen Emotionen zeigte und so dem Konzert eine persönliche und berührende Note gab.

Charmant und gefühlvoll moderiert Gitti Götz.

 Das, was sich im ersten Programmteil abzeichnete, erweckte den Anschein, dass die Qualität  der Vorträge und die Spielfreude der Musiker nicht mehr zu übertreffen sind. Mit Bernsteins Candite Ouvertüre zeigten die von Michael Köhler einfühlsam geleiteten Orchestermitglieder, dass sie auch die schwierigsten Tonfolgen mit Bravour meistern und in der klassischen Musik wie bei Richard Wagners Elisas Einzug in die Kathedrale ebenso firm sind wie in der Interpretation von modernen Stücken (Medley aus Starlight Express). Einen verdienten Sonderapplaus ergatterte sich Katharina Bernard, die bei dem zarten und melodischen Titel Flowerdale von Philip Sparke  mit ihrer Piccolo-Trompete ein zu Tränen rührendes Solo blies.

Ein fulminantes Solo auf der Piccolo-Trompete präsentiert Katharina Bernard.


Unterbrochen wurden die musikalischen Vorträge durch kurze Erläuterungen zu den Projekten der Rotarier. Unter anderem bekommen Kinder aus sozial schwachen Familien im Landkreis einen Weihnachtswunsch erfüllt, und weitere Spendengelder fließen in das südostafrikanische  Malawi für ein Schuldorf. In der Pause hatten die Zuschauer Gelegenheit sich als vorzeitige Weihnachtsengel zu betätigen und für die Projekte zu spenden.  Im zweiten Programmteil trat das ein, was die Erwartungen noch übertraf. Das Orchester zeigte sich so motiviert und beflügelt, dass eine qualitative Steigerung gegenüber den Vorträgen in der ersten Hälfte zu beobachten war.

In perfekter Rhythmik und Dynamik erfassten die Musiker die mystische Stimmung der sinfonischen Komposition von Otto M. Schwarz, der die Lebensgeschichte von Nostradamus in Noten gefasst hatte. Schwungvoll  und mit  dramaturgischen Effekten intonierten sie sieben von Marcel Peeters arrangierten Filmmelodien von Charly Chaplin, bewiesen unbändiges Temperament bei lateinamerikanischen Rhythmen, das von der Rhythmusgruppe glanzvoll unterstrichen wurde und spielten putzmunter klassische Blasmusik vom schwungvollen Polka bis hin zur mitreißenden Marschmusik.  Drei  Zugaben wurden vom Publikum erklatscht, das das Orchester mit minutenlangem Beifall und stehenden Ovationen belohnte.
Text und Fotos: Ruth Weitz

Info: Weitere Informationen zu den sozialen Projekten des Rotary-Clubs Obernburg im Internet unter www.rotary1950.net/obernburg. Spenden können auf das Konto 88080 bei der Raiffeisen-Volksbank Miltenberg, Bankleitzahl 796 900 00 eingezahlt werden.